Band 
II. Jahrgang. I. Band.
Seite
20
JPEG-Download
 

20

Das Patronat der Kirche re.

blieben seyn konnte, wiewohl Ottokar die Investitur allerübrigen babenbergischen Paffauer - und Salzburger - Le-hen ertrotzte und Rudolph von Habsburg sie für seinenSohn Albrecht erhielt. Auf jeden Fall war in al-ter Zeit, der D i o o e s a n von P a s s a u , auch P a-t r o n von St. Stephan, das selbst den Nahmender Mutterkirche trug, denn auch der P a s s a u e rDom ist bey St. Stephan und in den Urkundender carlowingischen und Sachsen - Kaiser, heißt dieMark oder das G e b i e t h von St. Stephan,soviel als passauischer Grund und Boden.

Seit Rudolph dem Stifter, waren die Fürstendes Landes ununterbrochen Patronen, der WienerStadt rath aber, zur Übung dieses Rechtes vonihnen delegirt. Es sind ihm hiefür oft sehr großeLasten aufgebürdet worden, wie denn überhaupt dieBürgerschaft um dieses Gotteshaus die größten Ver-dienste hat. Die älteste, noch übrige, vom Magistratgeführte Kirche nrechnung ist von beynahe

fünfzig Jahre nach jenem Tausche zwischen Paffau unddem Herzog.

In der, auf die argen Unruhen deralten undneuen Regenten" (X. H. S.'].) gefolgten, viel-fach beschränkten Bestätigung der alten FreyheitenWiens d. 12 . März i52ö befiehlt Ferdinand: derStadt - Anwald, der Bürgermeister und der Stadt-rath sollten ihm und seiner Regierung schworen, derStadtschreiber aber, der Kirchen m e i st e r beySt. Stephan rc. sollten ihren Eid dem Bürge r-meister und Rath ablegen, jedoch im Beyseyn