46 Sie Servilen in der Rossau.
Schlüssel behalt der Obersthofmeister/ den andern derGuardian. — Nach einigen Wochen wird die Leiche,im Beyseyn eines, eigens hiezu abgeordneten Hofbeam-ten, von den Kapuzinern, nach Absingnng mehrererPsalmen in einen größer», kupfernen Sarg gelegt,in welchem er nun für immer verbleibt, bis zum gro-ßen Tage d:r Auferstehung.
Die Serviten in der Rossau und die Ccume-liten in der Leopoldstadt.
Nachdem Ferdinand II. der Meuterey in allenseinen Provinzen obgesiegt und die Gegenreformationihrer Vollendung zugeführt, bahnte der drückendeMangel an katholischen Seelsorgern, Missionären undVolkslehrern, allen im Silben entstandenen Verei-nen für Gottesdienst, Unterricht und Wohlthätigkeit,in Österreich Eingang, doch harten die Servilen langevergebliche Mühe, einen Sitz in Wien zu suchen.Die Versuche auf den Petersfreythof, darauf aber amEingang des Praters, zum Kirchen- und Klosterbaueinen geeigneten Platz zu erhalten, schlugen fehl. —Auch in der Rossau, die noch ohne eigene Kirche,überaus volkreich und durch Schiff- und Handelsleutebetriebsam war, fanden sie statt Unterstützung, viel-mehr Widerstand. Endlich vergönnte der Bischof An-ton Wolfrarh ihrem Abgeordneten P. Joseph ViariaSuarez, einem gelehrten Spanier und apostolisch ei-frigen Manne, einige Häuser aus eigenen Mittelnzu kaufen, zu bauen und ohne Eintrag der übrigen