Band 
II. Jahrgang. II. Band.
Seite
63
JPEG-Download
 

D i e Redemptor ist en bepMaria stiegen. 63

Nachkommen zärtlich besorgter, wohlwollend warnen-der, bedeutende Todesfälle jedes Mahl weißagendecGeist, durch ganz Europa bekannt ist. Nach demTode des Gemahls, besten grundlose, blindwüchend«Eifersucht im schneidenden Gegensatze mit seinem ei-genen wilden Leben, das ihrige tödclich betrübt hatte,ging Bertha in's Vaterhaus zurück, zu ihrem unver-mahlten Bruder Heinrich von Rosenberg. Dort ergabsie sich, mit der ganzen Wärme ihres Gemüches derTonkunst, der Dichtung und der Erziehung mehrererWaisen aus ihrer Familie, nahmentlich der Knabenihres Vetters, des berühmten Statthalters Meinhardvon Neuhaus. Eine ächte Hausmutter erschien sie mitihrem Schlüsselbunde, tagtäglich ordnend und waltendbeym Überbau der Schlosser Neuhaus und Teltsch.Die Roboter, die sie liebten, nannten sie schon da-mahls von ihrer weißen Witwentracht,die weißeFrau." Nach der Vollendung dieser großen Bauten,gab sie allen Unterthanen und Arbeitern ein köstlichesMahl und stiftete für alle Zukunft ein Gleiches fürjeden grünen Donnerstag, bey dem sich oft, von nahund ferne, zehntausend Hungrige einfanden und dasvon seinem Hauptgericht, einer böhmischen National-speise, den Nahnien der süßen Kasche erhielt. Ber-tha starb im April i4?6 im liechtensteinischen Hausin der Herrngaffe zu Wien, wohin sie zum Besucheiner lieben Verwandten gereiset war und wollte nichtneben ihrem Eheherrn bey Mariasiiegen, sondern beyden Schotten beygesetzt seyn. Das Volk beweinte sieals eine Mutter; bald war Alles davon voll, die