Band 
II. Jahrgang. II. Band.
Seite
75
JPEG-Download
 

0 t. Rupprecht. 75

Schotten hin. Msriastiegen und 0t. Rupprechtstanden frey. Bald aber war St. Rupprecht vonHäusern eingeschlossen, srüherhin meist von denen derJuden, schon um das Jahr i2oo, hieß der Platz,worauf dies Kirchlein stand, der K i e n m a r k l(forum pini oder thedarum). Daneben erhoben sichdrey Häuser des mächtigen Bürgergeschlechtes derWürfel, die iZyo Herzog Albrecht von der WitweHeinrich Würfels, des alten Münzmeisters erkaufteund der von seinem Vater Albrecht dem Lahmen gestif-teten Karthause Gamming schenkte, nach deren Aufhe-bung der Gammingerhof an die Abtey Seitenstetten ge-dieh. DasPraghaus, vormahlige Münzhaus, nachherigeSalzamt, worin Kaiser Wenzel gefangen gesessen, er-hob sich von der andern Seite *). Vom Salzgries führ-

') Herzog Wilhelm erkaufte 1397 dieses Haus nächst St»Rupprecht am Kienmarkt mit dem Setzstoc? vom Münz-meister Hanns von Tirna, welcher hier die Wiener Pfen-ninge prägte. Nach Wilhelms Tod, sprach es KaiserSigmund, nach langem Zwist, der steyermärkischen LinieEinsts des Eisernen zu. Es hieß das Praghaus, auch derHerzogshof am Kienmarkt; zum Unterschiede von der al-len Burg und nachmahligen Münze am heutigen Hof.So wie Kaiser Wenzel dort gefangen gesessen, wohnteeuch Albrecht VI. während des Zwiespalts mit seinemBruder Kaiser Friedrich darin. Bonfinius, Geschicht-schreiber des fremden Eroberers Mathias Corvin, zählt!en Praghof unter die Prachtgebäude der Stadt, undJohann Corvin, des Königs vielgeliebter natürlicherSohn, wohnte hier, nachdem er die Übergabe der Stadt<n seinen Vater abgeschlossen und brauchte das nahe Haf-rerbad ob dem Hafnersteig, bey der alten Bürgermusterung.