Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Ana

Anabaptist, der, (a. d. Griech.) ein Wiedertäufer. Die Ana-baptisten waren eine christliche Religionsxartei, die sich bald nach Lu-ther« Reformarion hervvrtbat, und eine ganz neue, von allen Feh-lern gereinigte Kirche herzustellen suchte, welche au« lauter Frommenheüeben sollte, bei welcher folglich alle Obrigkeiten und Strafen, dienur um der Bösen willen eingeführt worden, wegbleiben mußten. Werin ihre Gemeinschaft aufgenommen werden wollte, wurde von ihnenwiederum getauft; daher der Name Anabaplisten oder Wieder-täufer. Nach den abscheulichen Auftritten, weiche die au« den Nie-derlanden nach Münster gekommenen Wiedertäufer im I hr 1534—zü machten (über diese Geschichte ist Scdlötzer« Neujabrsgescheukfür einen Deutschen Knaben, 1. St. Gottingen 1784, leienswcrth),und dem schrecklichen Au«gang derselben gerietb diese Partei in großeBedrängnis; sie fand aber einen Wiederherstelle» an Merino Si-mon i« , einen! katholischen Priester, dessen Jünger von ihm den Na-men Wenn »nisten führen. Sie theilten sich hierauf in zwei See-len , in die Grvbe v und in die Feinen. Sie fanden zuerst einensichern Aufenthalt in Holland; auch haben sie sich an einigen OrtenDeutschland«, in Preußen, in der Schweiz, in England und in demAmerikanischen Ncuengland festgesetzt. Sie leben rubig, jedoch ma-chen ihnen einige den Vorwurf der Freiheitsschwärmerei. Von denangeführten unterscheidet sich gewissermaßen diejenige Secte in Eng-land , besonders in London, welche man vielmehr Baptisten nen-nen sollte. Diese taufen die Menschen nur einmal, aber erst dann,wenn sie erwachsen sind. Die Täuflinge treten nämli» in einen Fluß,wo ste der Prediger untertaucht. Man bat au» in London zu diesemBehuf ganz besondere mit Wasser angefüllte Tauiaebäude. In Eng-land haben sie überhaupt ungefähr 200 gortesdienstliche Gebäude.

Anacbarsi« der jüngere, ein junger Scythe, Bruder be« da-maligen König«, ein Freund der Weisheit und der Wissenschaften,den die Begierde nach Kenntnissen und Bildung aus seinem rohenLande auf Reisen in gesittetere trieb. Er kam im Jahr der Welt zzzzzu Svlon« Zeiten nach Athen, von wo au« er dann auch andereLänder besuchte. Seine Reisen machten ihn aus einem Scythen zueinem Menschen. Nach seiner Rückkehr erschoß ihn der ScvthischeKönigSanliu«, weil er der Cybele insgeheim seinen Dienst ab-stattete, damit der weibliche Gottesdienst der Griechen bei den Scy-the» nicht eingeführt werden möchte. — Der Abt Varthelemyhat die Reise des jungen Anacharsi« nach Griechenland zum Titelund zur Form eines meisterhaften Gemälde« der Griechischen Geschich-te und der Griechischen Alterthümer gewählt, welches uns Herr Bie-st e r Deutsch geliefert hat.

Anacboret, der, ein Mönch, welcher allein in einer Wüste lebt.Hingegen heißen die Mönche, welche in Gemeinschaft leben, Cöno-biten.

An achronism, (a. d. Kriech.) jeder Irrthum wider die Chro-nologie oder Zeitrechnung, wenn man eine Begebenheit in einen fal-schen Zeitraum versetzt.

Anaclasis (Griechisch), die Brechung der Lichtstrahlen;anaclastische Linien sind gerade Linien, die gekrümmt erscheinen, wennsie durch gebrochne Strahlen gesehen werden.

Anadyvmene (Griech.). Au« dem Schaume des Meeresentstanden, daher der dichterische Beiname Venus Anadyo-mene.