Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Aug 155

khancn an. Der Reichst««, versammelte sich den 25. Juni 16-17. —Am 27. hatte eine doppelte Wahl Statt. — August bekräftigtedie Seinige, indem er auf der Stelle mit roooo Sackst» in Poleneinrückte. — Bestechung und Furcht dienten ihm und trugen denSieg über S 0 l l g n a c s Feindest davon. So wurde Augu st den iSept. in Cracau gekrönt, und Conti, der bis Danzjg gereist war,mußte nach Frankreich zuruckiebren, in dem er seinem Nebenbuhlereine Krone überließ, die schwerer zu erhalten als zu erobern war. —August verletzte bald viele der Bedingungen, die er angenommenhatte, welches große Unzufriedenheit verursachte; um nun daher dieSächsischen Truppen, deren Aurückschickung aus Polen von ihm an-gelobt war, bei sich behalten zu können, suchte er die Republik in ei-nen Krieg zu verwickeln. Die Gelegenheit dazu fand sich bald. Durchden Lraktar von Oliva v. 7. Mai 1660 hatte Polen an Schwedenden größten Lb-il von Liefland abgetreten. — August hatte beiseiner Thrmvhesteigung geloben müssen, das Abgetretene wieder mitdem Reiche zu vereinigen; Dänemark und Czar Peter I. verban-den si-v, es von ihrer Seite anzugreifen und Karl XII. noch sehr jungschien gar nickt im Stande zu seyn, dieser Coalition widerstehen zukönnen. — August ließ seine Truppen marsckiren, um Riga zubelagern. In dem tapfern Gouverneur, dem alten Grafen von Dal-berg, fand er hartnäckigen Widerstand, nud da die Belagerung sichin die Lange zog, so benutzte August einen Verwand, um die Be-lagerung aufzuheben und sich zurück zu ziehen. — Die Holländerhallen nämlich viele Waaren in R-ga und es ließen daher die Gene-ralstaaren ihrem Murren August Vorstellungen machen, die Bela-gerung nicht zu poußircn. — Andere dringende Gründe waren aberdas wahre Motiv der Aufhebung der Belagerung. — August ver-nahm die N-cderlage seiner Ailiirten. Karl XII. hatte eben denKönig von Dänemark unter den Mauern von Kopenhagen aufs Hauptgeschlagen, worauf den 18- Aug. 1700 der Lraktal von Travcndahlerfolgt war. Czar Peter war ebenfalls zu Rarva geschlagen wor-den, und Karl war auf dem Punkte in Polen einzudringen. — Au-gust fühlte die Norbwendigkeit, jetzt eher an seine eigene Vertheidi-gung denken zu müssen, als daran, Eroberungen zu machen. Erhärteeine Zusammenkunft mit Peter, die beiden Monarchen schloffen einegenaue Allianz und versprachen sich gegenseitig 50,000 Mann Truppen,und nachdem sie 14 Tage lang sich allen Arten von Unmäßigkeil, diein den Sitten des Einen und im Geschmack des Andern lagen, hin-gegeben hatten, trennten sie sich, um für die Sicherheit ihrer Staatenzu ,orgen. — Jetzt entstand jener merkwürdige Krieg, in welchemaber bloß Karl und Peter die Aufmerksamkeit fesseln, obgleich Au-gust alles anwendete und that, was seine moralischen Kräfte und dieKräfte des Staars vermochten. Er hakte mit seine» treuen Sachseneben sowohl die Polnische Insubordination als die Schwedischen Landezu bekriegen. Kar l, durch seinen Minister- den Grasen von Pipersehr gut berathen, betrachtete in August nur einen Usurpator und st»trennte er beständig die Sache der Republik von der des Königs. Auchfand Karl nur Sächsische Truppen zu bestreiken, und von diesenkonnte August nicht viele an sich ziehen, da die Polen sich ihrem Ein-märsche stets widerwtzten. Bci Riga wurde die erste Bataille gelie-fert. August war selbst nicht dabei. Der Marschall von Stenanverlor sie gegen die Schweden und ließ Karl» Meister von Kur - undLiefland. Karl faßte den Entschluß August durch die Polen selbst