Bar 195
an. Durch diefts Verfahren nahm Vordre und Andere Theil an demglücklichen Ausgange der Ereignisse vom y. Lliermidor, und erbielt sichdadurch noch einigen Einfluss. Bald aber ward er als MttverschwornerMvbespierres in Verdacht gezogen, und ob er gleich die trüben Wolkenmehrere Monate laug zu zerstreuen wußte, so endete doch im MärzI7y; sein Proceß mit der Anerkennung der Deportation; allein erentkam der Vollziehung durch die Flucht aus dem Gefängnisse. NachDerMevolntion vom iz. Brüm. wandte er sich au dcn ersten Konsul,mit der Bitte, seine Verbannung aufzuheben, und war so glücklich,die Gewährung seines Gesuchs zu erhalten. Nachher liess er einJournal unter dem Titel! lVIsmorial »ntihritsnuigus ericheincn,welches kein Glück machte, und bald darauf seinen Titel änderte.Seitdem zeigt er sich bei allen Gelegenheiten als einen eifrigen Ver-theidiger der Regierung Napoleons.
Naretti (I.), geb. zu Turin 1716, gest. zu London 178h.Dieser vielfach ausgebildete Geist ist unter uns vornehmlich durchseine Ncisebeschreibung und durch seine Schilderung der Selten undGebräuche der Jtaliäiier bekannt, er verdient aber auch als Dichterund Kunstfreund alle Aufmerksamkeit. Seine Schriften erschienenalle in Englischer Sprache und seine Reise ist ins Deutsche übersetzt.i7Zo verliess er Italien und ging nach London, wo er Unterricht inder Italiänischen Sprache gab.
Barfüßerin buche, heißen darum so, weil sie keine gewöhn-lichen Schuhe, sondern nur Sandalien, oder lederne, auch bolzerneSohlen tragen, welche sie mit Riemlii an die Fusse beststigc».
Bariton, das, auch Bordon, Viola di Bordone ge-nannt, ein mit sieben Saiten bezogenes Instrument, an Gestalt fastder Viola in.Gamba gleich: unter dem Halse sind mehrere (vonFranz iü) Drahtsaiten angebracht, welche mit dem Dämmn geris-sen werden, während jene der Bogen streicht. Es wurde um 1700erfunden, nachher durch Anton Lidel, welcher die untern Saitenbis auf2? vermehrte, und vorzüglich durch Karl Franz zu Wienverbessert. — Der Bariton heisst in der Vokal-Musik diejenigeStimme des Sängers, welche mehr tiefen Tenor, oder hohen Baßhat, so dass er zwar nicht die ganze eigentliche Höhe des Tenors er-reicht, aber auch nicht die volle Lief. des gemeinen Basses hak. Ge-meiniglich sind diese sehr angenehme Stimme».
Barmen, ein 2 Stunden langes Thal an derWipper im Groß-herzvgthum Berg, Departement Rhein, welches in den 4 Ortschaf-ten, Gemarke, Wipperkeld, RitterShausen und Heck-linghauscn, yoco Einwohner enthält, die Garn, Band, Spiz-zen, Siamoisen, Zwirn, seidene Tücher ic. vcrstrtigen und damiteinen seht ausgebreiteten Handel treiben. Gemarke ist der Haupt-vrr dieses hockst merkwürdigen Thals, das in Rücksicht seiner Indu-strie in Deutschland nicht seines Gleichen bar.
Barm herzigen Brüder, die, sind Ordensleute, welche zuden gewöhnlichen drei Gelübde», der Armuth, Keuschheit und des Ge-horsams, noch das vierte hinzugethan haben, nämlich die Kranke» zuwarten. Sie tragen ein vunkelgraues Äteid, und werden in Italienb->rs den hisioUi genenut, weil der Stifter, Johann von Gort,betteln ging und ausrief: „ thut Gnkcs, ihr Brüoer. ^
Varnassiten, oie, sind ebenfalls ein Orden, 1543 konfirmirt,welche den Apostel Barngbaö als ihre» vorzüglichsten Patron verehren
N r