Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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und ein schwarzes langes Kleid tragen, übrigens aber jederzeit eine»Kardinal zum Patron ihres Ordens haben.

Barnave, Anton Peter Joseph Marie, Advokat und Deputir-ter bei der Geueralständeversammlung, Lohn eines sehr reichen Pro-kurators zu Grenoble. Er warf sich mit ganzem Feuer auf die Sei-te der Revolutiouisten, ward von dem dritte» Grande zum Depu-tirten seiner Vaterstadt bei der Generalständeversammlung ernannt,und zeigte sich als einen der unversöhnlichsten Feinde des Hofes. Ertrat lebhaft dem Schwüre im Ballhaus bei, und stellte die Behauptung«uf, daß die Güter der Geistlichkeit dem Staate gehören. Den 22.Mai 1792 war er einer von denen, die behaupteten, daß der Königdes Rechtes Krieg und Frieden zu schließen zu berauben sey. Bei die-ser Gelegenheit triumphirte er in der Gunst des Volkes. Er befandsich hierbei in entgegeugesezter Meinung mit Mirabeau, nnd seineRede gilt für eine der beredtesten, die er gesprochen. Au Ende desOktobers ward er Präsident und nahm die Partei der Jakobiner.Den 2i. Jun. 1791, bei der Flucht Ludwigs XVl. zeigte er, mitte»in der Bestürzung des größten Theils der Assembler, einen hohe» Gradvon Geistesgegenwart, und vertheidigte Lasayerte gegen den Vorwarf,daß er von diesen Ereignissen unterrichtet gewesen sey. Nach erhalte-ner Nachricht, daß der König arretirt sey, erwählte man ihn nebst Pe-rlon unb Larour-Maubourg, die Kdnigl. Familie abzuholen und nachParis zurückzubringen. Er kehrte in dem Wagen II. MM. zurück,und benahm sich mit vieler Ehrerbietung und Achtung. Man hat selbstdie Bemerkung gemacht, daß er von diesem Zeitpunkte an seine übrigePopularität verloren und ganz auf die Seite des Königs getreten zuseyn schien. Barnave gab der Assembler eine einfache Erzählung überseine Sendung, sprach selbst für die Unverletzlichkcit der Person desKönigs, und warf mit Blicken der Verachtung den Spott der Tribu-nen zurück. Im Mai 1792 ward er Maire von Greiioble, wo er dieeinzige Tochter eines Steuerraths heiralhete, die ihm eine Mitgiftvon 700,000 Livres zubrachte. Der lv. August überlieferte, in dieHände her Sieger seine Verbindungen mit medrereii Mitgliedern vonEinfluß aus der Assembler. Er kam in Untersuchung und wurde, nach-dem er lange in Grenoble verhaftet gesessen hatte, vor das Revoln-tionStribunak zu Paris gezogen, von dem er, ungeachtet aller Bered-samkeit, die er bei seiner Vertheidigung anwandle, zum Tode verur-tbeilnvard. Deu29- Aug. 179z geschah die Vollziehung. Er war zr Jahralt, ein kleiner aber hübscher Mann, protestantischer Religion, einRedner von ausservrdentlichem Talent. Mirabeau selbst war erstaunt,einen jungen Mann so schnell, so lange, und mit solcher Beredsamkeitsprechen zu hören, nnd sagte von ihm: „ das ist ein junger Baum, derhoch steigen wird, wenn man ihn wachsen läßt."

Barneveldr, (Johann von Olden,) Skaatspensionair von Hol-land, geboren im Jahr iZg8, ein eifriger Patriot, welcher die größtenVerdienste um sein Vaterland hatte. Er vermochte alles bei den Stau-den von Hölland, und nach diesen pflegten sich die Stände der übrigenLandschaften z» richte». Es war vorzüglich auf seinen Betrieb, daßder irjahrige Waffenstillstand zwischen Spanien und den vereinigte»Niederländern geschlossen wurde (,1609). Allein eben hierdurch machteer sich dem Statthalter Moritz, Prinzen von Ora»ieii, welcher durchdiesen Stillstand von seinem Einflüsse und seiner Macht zu verlierenglaubte, verhaßt. Uebcrhaupt schien Moritz, welcher anfangs größte»Theils aus Barneveldts Betrieb Statthalter, Generalkapitai» und