Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Admiral von Holland worden war, diesem Patrioten nachher seineGewalt zn sehr vergrößern zu wollen; und Barneveldt arbeitete ihmin meljrern Stücken entgegen. Jczc entstanden die Religionsstreitig-keiten zwischen den Armrnianern und Gomarisren in Holland,welwe aber bald polirisch wurden, und die der Prinz zn seinen Ver-größeruugsabsichten benutzte. Barneveldt war den Armeniancrn oderSiemonsrranten zugethan, auf welche Seite sich die Obrigkeiten inden Städten neigten; der Prinz erklärte sich für die Gomaristen, wel-chen die Priester und der große Haufe anhingen. Die Arminianecwurden bald in den Verdacht gebracht, heimliche Freunde des Papst-thums und der Spanier zu seyn, von welchen leztern insbesondreBarneveldt bestochen worden zu seyn beschuldigt wurde. Der Prinzwünschte die Berufung einer Generalsynode; Barneveldt hatte wahr-scheinlich großen Anrheil, daß mehrere Landschaften sich dagegenerklärten, auch zn ihrer Sicherheit Sradtsoldaren annahmen. Indeßsetzte der Prinz seine Absicht durch, und die Berufung einer General-synode wurde beschlossen. Der Prinz ließ am 29. August l6»8 Bar-neveldt, den Pensionair von Leiden, Rombour Hogerbeets, und denPensionair von Rotterdam, Hugo van Grovt (Grotius), im Haag inVerhaft nehmen; und diese eigenmächtige Handlung wurde kurz dar-auf von den Generalstaaten genehmigt. Am 7. März 1619 wurdeBarneveldt zum ersten Mal verhört, und am iz. Mai empfing er,als ein Greis von 7t Jahren, mit Standhaftigkeit und Seelenruheden Tvdesstteich. Die Generalsynode zu Dortrecht (lSig und ly) un-terstützte übrigens durch ihre theologischen Entscheidungen in allem dieWünsche des Prinzen.

Barometer, dasjenige Instrument» womit man den Druck derLuft und seine Veränderungen mißt. Gewöhnlich besteht es aus einerwir Quecksilber angefüllten, oben luftleeren und verschlossenen Glas-röhre. Bei stärkerem Drucke der Luft steigt darin das Quecksilber hö-her, bei geringerem sinkt es herab. Evangelist« Toricelli, einSchüler des berühmten Galilei und dessen Nachfolger in dem Lehr-amts der Mathematik in Florenz, ist der Erfinder des Barometers.Er kam gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts auf den Gedanken,daß dieselbe Ursache, welche das Wasser nur 32 Fuß hoch treibe underhalte — eine Entdeckung seines Lehrers Galilei — auch das 14 Malschwerere Quecksilber und zwar nur Fuß oder 27Z Zoll hoch treibenund halten werde. Er fing an Versuche zu machen, und schmolz zudem Ende eine Glasröhre, die einige Fuß lang war, an dem einenEnde zu; durch die am andern Ende noch übrige Oeffnung füllte er siemit Quecksilber, kehrte sie dann mit Vorhaltung des Fingers um, undsezte sie, indem er den Finger vor der Oeffnung wegnahm, in ein Gefäßmir Quecksilber. Zu seiner Freude fand er sich in seiner Erwartungnicht getäuscht. Das Quecksilber floß nun aus dem obern Theil derRohre nnd blieb in einer 27H Zoll hohen Säule stehen. Nur einigesNachdenken war erforderlich, um Toricelli auf die Vermuthung zubring'n, daß die Erhaltung der Quecksilbersäule von 27Z Zoll wohl vonnachts anderm, als von dem Drucke der auf der Quecksilberfiäche imGefäße ruhenden nnd sich bis an die Grenzen der Atmosphäre erstrek-kenden Luftsäule herrühre. Während sich Toricellr mit dem weiter«Nachdenken über diesen Gegenstand beschäftigte, übereilte ihn im Jabrrüg/ dor Tod. Die beschriebene Vorrichtung, die nichts anders, alsdas Barometer selbst ist, führt von tbm den Namen LvricellischeRohre. — Pascal machte sich Toricelk's Muthmaßungen ganz eigen.