Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Bau rrz

che letztere die Deutschen unstreitig aus Frankreich bekamen. In denneuern Zeiten nahm sie sich bald die Italiänische, bald die Französi-sche zum Muster , je nachdem die Großen, welche bauen ließen, eineVorliebe für die eine oder die andere dieser Nationen hatten. DieBaumeister, denen wir den Geschmack, der noch jetzt in der Bau-kunst herrscht, verdanken, sind die Italiäncr Palladio, Vincent, Sca-nivzzi, Serlio, Jakob Barozzio (unter dem Namen Vignolabekannt);welchen Männern Pdilivpo Bruneleschi, Leon Baptist« Alberti, vor-züglich aber Bramante und Giocondo, zn Ende des iz.und zu Anfangdes iü. Jahrhunderts die Bahn eröffnet halten.

Bauchredner nennt man solme Personen, die durch Uebungund durch ihre Organe und Körperbau unterstützt, sich eine Fertigkeiterworben haben, durch Hinunterdrückung der Stimme in den SchlundTöne oder auch Worte auf so eine Art hervorzubringen, daß die An-wesenden glauben müssen, der Schall komme nicht von jenen, sondernvon einer ganz andern Gegend her. Wenn solche Personen diese Fer-tigkeit auf einen hoben Grad gebracht haben, so läßt sich an ihnennicht einmal eine Bewegung des Mundes wahrnehmen. Ein Genfer»Cvmte', der seit ein paar Jahren iu der Schweiz und in Frankreichmehrere Proben seiner Kunst abgelegt hat, soll unter den bis jetzt be-kannt gewordenen Bauchrednern der vorzüglicvste seyn. Von ihm er,zahlt man so manche belustigende Anekdoten, daß er dadurch allgemei-ne Aufmerksamkeit und Bewunderung erregt hat. So fuhr er (imI. 1807) mit der Postkutsche nach Grenoble. Die Reisegesellscbaf-rer hören auf einmal Stimmen von Spitzbuben, die ihnen zurufen,stille zu halten. Sie erschrecken, langen Geld hervor, um sie zu be-friedigen ; Cvmte nimmt es in Empfang, händigt es anscheinend denSpitzbuben ein, und da sie im nächsten Wirthshaus endlich anlangen,stellt er jedem sein Geld wieder zu, indem er ihnen erklärt, daß Er«S einzig und allein gewesen sey, der ihnen jenes Schrecken und die-ses Geld ausgepreßt habe.

Bauern, die. Es ist ganz irrig, wenn man sich den ur-sprüngliche» Instand der Deutschen Bauern als durchaus sklavischdenkt; denn er hat in Deutschland von den frühesten Zeiten an auchfreie Bayern gegeben. Leider bat man auf die angeführte Voraus-setzung viele den Bauernstand drückende rechtliche Folgen bauenwollen.

Bauernkrieg, der, ist derjenige traurige Zeitpunkt in derDeutschen Geschichte, in welchem die Landlcüke in Franken undSchwaden, in der Folge auch in Sachsen und Thüringen zu den Waf-fen griffen, und zwar anfänglich, um sich aus ihrer traurigen Lagezu retten, nach und nach aber, um eine chimärische Freiheit zu er-kämpfen. Mehrere, besonders die katholischen Schriftsteller, pfle-gen diese Unruhen, deren Spuren sich schon gegen Ende des rz. undzu Anfange des lüte» Jahrhunderts zeigten, die aber vorzüglich,welche rm z. Jahrzehend des 16. Jahrhunderts wütheten, bloß aufRechnung von Luthers Reformation zu setzen. Allein schonder Umirand, daß sich die ersten Spuren derselben weit früher zeig-ten, als Luther bekannt wurde, beweiset das Gegentheil, und dieUrsachen davon waren vielmehr einzig und allein die harren Bedrük-rungen denen die Bauern fast unterlagen, ungeachtet sich nicht läug-nen laßt, daß Luthers mißverstandene Lehren späterhin einigen,wlewoht geringen und zufälligen Antheil an diesen Unruhen gehabthaben. Viele Bauern waren theils wirklich leibeigen; oder mußte»