Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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wenigstens so viele Zinsen, Zölle, Steuern und Ftthnen entrichten,daß ihnen dieselben nacb und nach unerschwinglich wurden; es wardaher natürlich, daß sie sich nach Befreiung sehnten. Da jeddch we-der der Adel noch die Geistlichkeit in Ansehung dieser ^orderuneen etwasnachlassen wollten, und die Landesherren selbst auch nicht im Standewaren, die zum Theil auf altem Herkommen d rubenren Av.nlnch-tungen geradezu aufzuheben, so war es nichts außerordentliches, daßsich die Bedrückten, zumal von einigen schwärmerische» Kopsen dazuveranlaßt, eigenmächtige Hülfe zu schaffen suchten. Die Unruhenbrachen zuerst im Würchurmschrn aus, wo ein Schwärmer Zol'aünBöhme (nicht mit dem Gvrlitzer Jakob Böhme zu verwechsln),ein junger Mensch, der sich durch Lftdersin n in den Herbergen seinBrot verdiente, als Freiheiksprediger auftrat, und. wie er sagte,auf Emgebung der Muter Gottes bekannt machte, daß nun bald un-ter den Menschen gänzliche Freiheit und Gleichheit dargestellt wer-den, Papst, Kaiser, Fürsten und Obrigkeiten nickt m br seyn, son-dern das ganze Menschengeschlecht durch geimin'ckafc iche« Fle.ß leinBrot eurer wie ver andere, gewinn,m, und Wälder, Weiden u dGewässer z» jedermanns Nutzen und Bergungen dienen wurde».Durch dergl-icken schwärmerische Vorspiegelungen, denen man denNamrn Predigten gab, machte er sich weit und drert bekannt, undaus ganz Franken, Schwaben, Bayern und an dem stilreine bel-auf strömten seine Zuhörer in so aroßer Menge herbei, daß einmalaus 40,000 Menschen um ihn versammelt gewewn leyn sollen. Erbcsch,- d diese auf einen bestimmten Abend, und gebot ihnen, bewaff-net zu e'sch-iaen, Werber und Kinder aber zu Hause zu lassen —eine Evklärnng, die über seine Absichten, einen Aufruhr zu erregen,wodl keinen Zweifel übrig ließ. Zwar ließ der Bischof.vvn Würzburg,Rudolph der diesen Borsall erfuhr, den Schwärmer gesanglicheinziehen; allein seine Znbörer fanden sich zur bestimmten Zeit ein»und als sie die Gefangenschaft desselben erfuhren, rückten gü.oooMann derselben vor das Schloß zu Würzburg. Vergebens ließ,sieder Bischof durch seinen Marichall zur Ruhe verweisen; dieser mußte,um nicht geststmgt zu werde». sich schnell entfernen. Der BiiEließ nun Geirbütz gegen die Rebellen aufführen, und sie nochmalsauffordern sich zu entkernen, welches sie auch thaten. Bei ihremAbzüge wurden ihre Rädelsführer ergriffen, gefänglich eingezogenuns zugleich mit dem Freiheirsprediger Böhme zu Würzburg hin-gerichtet. Aber nicht bloß in Würzburg, sondern auch in Speier tra-ten 1502 (mitbin lange vor Luther) ein paar ähnliche Aufrührer un-ter den Bauern gegen den Bischof und die Geistlichkeit auf. Indeßkamen die Unruhen erst im Jahre 1525 zum völligen Ausbruch. Hierschickten die Bauern ihre in 12 Artikeln abgefaßten Beschwerdenschriftlich nach Würzburg, und baten um schleunige Abstellung dersel-ben, indem sie sich, in Ansehung der Nechtmäßigkeit ihrer Forderung,besoud'rs auf die Bibel gründeten. Vorzüglich wollten sie 1) ihrePfarrherren selbst wäblen, 2) der Zehend sollte pur zur Unterhaltungder Pfarrer eingesammelt, z) Leibeigenschaft aufgehoben werde»,

-) Diese Benennung soll Ihren Ursprung dem Bauernkriege zu dan-ken haben, indem die Dauern in ihre» Fahnen und Siegeln weitesNichts als ein Pflugrad, als das Symbol ihres Gewerbes, führten,und einander zugeschworen hatten, ungetkennk zu bleib«», gleichsamwie die Speichen eines Rades.