Bei 2zz
Beil (Joh. Da».') wurde 1754 zu Cl'cmmtz in Sachsen geb»,reu. Wiewohl er da- einzige Kind seiner Aeicern war, so konntedoch sein Vater, ein Tuchmacher, dei beschränktem Erwerb wenig auf.seine Erziehung und Ausbildung wenden. Die Natur hatte ihn amKörper und Geist vortheilbaft ausgestattet und ihm einen glücklichenLeichtsinn mitgetheilt, womit er das Aengstliche seiner Lage nach sei-nen gemachte« Planen leicht wcglächelte. Früh entzückte ihn die Ge-walt .der Dichtkunst, wozu Klopsrocks Messiade die Hauptur-sache war. Begebenheiten, welche in seiner Vaterstadt vorfielen, be-dang er mit komischer Laune, ohne häinischs Galle. Seinen Gangauf die Un.versität nach Leipzig beförderte ein würdiger Mann ausdem Kriegsstande, der ihn von jeher geliebt harre. Seine we-sentlichste Unterstützung gcuoß er aus dem Hause Fregc daselbst, wo-durch sein Plan, die Rechtsgelebrsamkeir zu Pudirem,^befe-stigt wurde. Die Vorliebe zu Plarncrs Vortrage setzte indeß baldseine Grundsätze in Hinsicht des Studiums der Siechte ganz zurück.Die Zwischenzeit widmete er der Dichtkunst. Ein unseliger Ausallführte ihn einst in die Gesellschaft reicher .Landsleute. Man ermun-tert ihn zum Spiele. Er spielt und gewinnt so viel, daß. er nunneue und vvrrheiihafte Plane für den Fleiß der Aukunft und. seineWiederholung des Versäumten entwirft. Das Glück soll sich verdop-peln, deshalb spielt er täglich fort, verliert.täglich und mit dem Geldegebt auch seine bisherige gute Laune zu Grabe. Er besucht oft nachaufgehobener Bank mir seinen Spiclcollcgcn das Schauspiel. Diehohe Dichtung ergreift ihn, die Charakterschilderung beschäftigt ihn,seine frohe Saune wacht wieder auf. ->- Die.S eylerscbe Gesellschaftgab damals Vorstellungen in Leipzig, welche einen R e in ecke, Opitz,Lhering, Mad. Seyler, Brandis, Reinecke, Koch zählte.Er suchte Engagement, Seyler schlug es ihm ab. Er ging nachRaumdurg zu einer Gesellschaft und wurde angenommen. Erspielte alt und jung. Bediente, Greise, Fürsten, Jünglin-Se, Bauern, Geister und Helden. Diese Truppe ging nachErfurt, wo ihn der damalige Statthalter Karl von Dalbergkennen lernte, welcher ihn dem Herzoge von Gorha empfahl. Ausemen vortheilhasten Bericht verschiedener vom Herzoge dahin abge-dickter Schauspieler wurde er Mitglied am Gvihaer Hostheater.Hier trat er 7777 auf und gefiel dem Hofe und dem Publikum aus-vehmend. Er spielte komische Charakterrollen der zweiten Gattung :Bediente, Bauern, Dümmlinge, gutherzige Bursche. Nach ihmgeschah die Aufnahme von Beck und Jffland, welche drei Jüng-linge aus Liebe zur Kunst im engsten Verein nur sich und ihrem Fachelebten. Im Jahre 177Y gab der Herzog von Gvtha da- Hoftheareraus und Beil nebst den meisten Mitglreoern.engagirten sich fürs neu-zuerrichtende Kurfürstl. Theater zu M a n n h e i m. Seylerwar Dircctor und Herr von Dalberg unterzog sich mir dem reinstenKuustgefühl der Sache. Schröder erschien 1780 in Maunbeimund mit ihn, gleichsam eine neue Periode für die Deutsche Schau-spielkunst. Gegen das Ende seiner Lebensbahn ergriff Beil abermalsA?Spicliiicht, die er aber bei kälterm Blute bald tilgte. Melancyv-Mcher Mismukh bemächtigte sich seiner Seele, welcher auch endlich seineKörperkraft aufzuzehren umfing. Er starb im Jahre i?94 ui seinemvierzigsten Lebensjahre.
' Beil ist als Theaterdichter vortbellhaft bekannt. Wir besitzenvon lhm verschiedene schau- und Lustspiele. Jffland ist st in