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Habsucht der Engländer richtet alle Industrie und den Landbau zuGrunde. Jezt ist Calcutta die Hauptstadt von Bengale», der Eng-lische Generalgouverneur von ganz Ostindien hat hier seinen Sitzaufgeschlagen.
Bengel, Johann Albrecht, ein gelehrter und rechtschaffener,aber sehr zur Schwärmerei geneigter Theolog^ Viele von' seinemBewunderern betrachteten ibn säst als einen Propheten, dem Göltedie wahre Auslegung der Offenbarung Johannas unmittelbar bekanntgemacht habe, in welcher Schrift Lenge! auch ein tausendjährigesReich, d. h. eine tausendjährige Regierung der Gläubigen mit Christoauf der Welt, zu finden glaubte. Die Anhänglichkeit an seine Leh-ren wurde durch C. A. Crusius zu Leipzig sehr verstärkt. Beugelstarb als Wirtembergischer Eonfistorialrach und Prälat zu Alpirs»dach, 1752, in seinem 66. Jahre.
Benjowsky, Moritz August Graf von, ein Mann von rast-loser Thätigkeit und von so mannigfaltigen und außerordentlichenSchicksalen, daß man seine Geschichte auf den ersten Blick für eine»Roman hält, wiewohl die Echtheit derselben ohne Zweifel zu seynscheint. Er war 1741 in Ungarn geboren. Sein Barer war Ge-neral in kaiserlichen Diensten. Er ging in die nämlichen Dienste,und diente im siebenjährigen Kriege bis 1756, da ihn sein Onkel»ach Litthauen rief, dessen Güter er erbte. Seine Bruder entrissenihm sein Vermögen; er flüchtete sich nach Polen, >vo er nach ver-schiedenen Reisen den Poinisll-en Konföderationen beitrat, aber end-lich von den Russe» gefangen wurde. Er entfloh dieser höchst grau-samen Gefangenschaft, wurde aber wieder arretirr, und gegen dasVersprechen des Grafen von Panin, nach Kamtschatka verwiesen.Auf der Reise nach Kamtschatka rettete er das Schiff; dieser Um-stand verschafre ibm bei dem Gouverneur eine gute Aufnahme, indessen Hause er in der Folge vielen Eingang fand, und die Kinderdesselben in der Französischen und Deutschen Sprache unterrichtete.Hier verliebte sich Aphanasia Nilow, deS Gouverneurs jüngsteTochter, in ihn; und ihre Liebe ve> mochte ihren Barer in der Feige,den Grafen in Freiheit zu setzen und ihn mit derselben zu verloben.Während dessen hatte er schön den Plan entworfen, mit mehrer»Mitverschwornen aus Kamtjcharka zu entfliehen. Er war nahe daranverratlwn zu werden: sogar Aphanasia erfuhr sein Vorhaben; abersie verließ ihn nicht, sondern beschloß, ihm zu folgen, und warnteihn vor dem Vorhaben, sich seiner Person zu bemächtigen. Er ver-ließ endlich in Begleitung Aphanasiens, obgleich das treue Madche»lezt erfahren hakte, daß er verheiralhet sei, im Mai i? 7 i Kamt-schatka. Er wollte nach China segeln, kam aber, nach vielen Müh-seligkeiten, die er sowohl von der Natur als von seinen Leuten zuerdulden hatte, auf die Japanische Insel Usmay Ligvn, wo mau iha«heraus gut empfing. Er mußte sich hier mit einem jungen Frauen-zimmer verloben, und den Insulanern das Versprechen zurück lassen,zurück zu kommen und eine Kolonie zu errichten; ein Versprechen,das er auch „ach seiner Zurückkunft aus China zu halten gedachte.Er segelte nach Formosa, wo er sich selbst durch die glänzendstenAnerbletunge» nicht halten deß, von seiner Reise abzustehen. End-lich kam er in die Chinesische Stadt Macao; hier wurden ihm vonden Franzosen, Holländer» und Engländern Vorschlage gethan. Da« me ersten annahm, so erkauften die Engländer einen Theil derBesatzung seines Schiffes; und Etepanov, ein Russe, machte eine