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Bilanz oder Bilance, beiden Kaufleuten die monatliche oderjährliche Schlußrechnung über Einnahme und Ausgabe, um Gewinnund Verlust, Forderungen und Schulden gegen einander zu hatten,und die Hauptsummen einander gleich zu machen, indem mau das,was der einen Haiiplsumme fehlt, unter dem Ausdrucke xro Saläo,d. h. zum Abschluß, hinzurechnet. Man kann es mit einem Wortedurch Schlußrechnung oder Abschluß ausdrucken. Das Buch, worindiese Rechnung geführt wird, hecht Bilanzbuch.
Bilboquet, das, ein in Frankreich gebräuchliches Kinderspiel.ES bestehet in einem kleinen gedrechselten Stockchen, das an beidenEnden Höhlungen hat. In der Mitte des Skdckchens ist ein Fädchen jbefestigt, an welchem eine kleine Kugel hangt, die in die Hohe ge-worfen und mit dem Stocke in eine der beiden Höhlungen aufgefan-gen wird.
Bildende Künste nennt mau diejenigen, welche die Naturnickt bloß durch Zeichnung n und Farben, sondern in wahrer körper-licher Gestalt nachahmen. Diese sind, die Bildhauerkunst, die Sleiu-schneiderkunst, d e Stempelichnciderkunst und die Stukkaturkunst.
Bnderlehrc, die Kunst, sittliche Wahrheiten unter Sinnbil-dern vorzutragen und diese Sinnbilder zu erklären, oder die Kennt-niß der Bilder, durchweiche sittliche Wahrheiten sinnlich dargestelltwerden können (loonoloxiv).
Bilderstürmer (Jcouoclasten) nannte man diejenigenAnbänger der christlichen Religion, welche in den Kirchen keine Bil-der, noch weniger aber die Verehrung derselben dulden wollten. DieStreitigkeit über den Bilderdienst sing sich zuerst in Griechenlandan, und verbreitete sich von da durch Europa; besonders war derselbeim achten und neunten Jahrhundert sehr heftig. In den ersten dreiJahrhunderten nach Christi Geburt wußte man bei den Christen von >keinen Gemälden und Bildnissen in den Kirchen, ja man machte ihnen !dieses zum Vorwurf. Die erste Veranlassung zum Bilderdienst jgab theils die Gewohnheit, baß mau den Kaisern Ehrensäulen mit ^ihren Bildnissen errichtete, theils auch der Umstand, daß man das ,Andenken der BisLvse und der Märrirer durch ihre Bildnisse zu erbal- >ten suchte. Man stellte diese im vierten, besonders aber im fünften !Jahrhundert nach und nach in den Kirchen auf, ohne ihnen einige iVerehrung zu erweisen. Allein seit dem sechsten Jahrhundert fingman an, die Bilder aus Liebe zu küssen, Weibrauch und Lampen vorihnen zu brennen, auch ihnen Wunder zuzuschreiben. Manche Bi-schöfe suchten nun die Christen von dieser Verehrung der Bilder ab-zuziehen, andere duldeten sie bloß als eine anständige Verzierung derKirche, dahingegen noch andere sich in ihrer Verehrung der Bild"der Abgötterei näherten. Der Orientalische Kaiser Leo IN.. demAberglauben und der Verehrung der Bilder sehr abgeneigt, befahl726, alle Bilder der Heiligen, Christus Bild ausgenommen, ausden Kirchen wegzunehmen und sich der Verehrung derselben-ganz zuenthalten. Ueber diesen Befehl entstand zuerst auf den Inseln desArchipelagus ein bürgiriicher Krieg; allein da dir Papste GregorU-und m. sich des Bilderdienstes annahmen, Leo nicht, wie sie verlang-ten, seinen Befehl zurück nahm, und jene ihn deshalb für keine»wahren Christen crklarren, so fingen auch in Italien Leo's Untertha-nen an, sich zu empören. Es bildeten sich nun zwei Parteien in dekChristlichen Kirche, die Bilderverehrer und Bilderstürmer,die einander wechselseitig verfolgten und mordeten. Leo's Sohn, C o n-