zz 6 Dra
dieselben, und verschaffte sich mit Gewalt in dieser von Schiffern bs<wobnten Gegend die nöthigen Seeleute. Am 7. Morgens ging derHerzog selbst mit aufgezogener Englischer Flagge unterHegel, und schon am 8. Aug. landete er auf Helgoland, von wo er«m 11. Aug. mit seinem Corps nach England selbst absegelte. Dasrettende Slemenr allein, dem er sich in der gefährlichsten Situationvertraute, entzog ihn dem unfehlbar bereiteten Untergänge. WieHckill an der Küste der Ostsee fiel, so schloß sich die kühne Lauf-bahn des Herzvgsan dem Ufer derN 0 rdsee, wenn er nur etwa-länger säumte. Die ihm nachsetzenden Truppen wurden zum Theil«uf Wagen weiter rraneportirt. Schon am 7. Aug. rückte Reudelin Bremen ein, und seine Avantgarde schlug sich bei Hachting schonmit den zur Deckung der Einschiffung zurückgelassenen schwarzen Hv-saren. Aber erst am 8. erschien Reu bei selbst bei Elsfleth, das Ider Herzog den Lag vorher verlassen hatte. In England wurde derHerzog mit seinem ganzen Corps mit dem lebhaftesten Enthusiasmusaufgenommen. Dieses ging ganz in Englische Dienste über» undwurde späterhin in Portugal und Spanien gebraucht. Er selbst er-hielt vom Parlament einen Jahrgehalt vou 6voo Liv. Sterl.
Braunschweig - Wolfenbüttel (Karl Wilhelm FerdinandHerzog von), einer der verdienstvollsten, aber am Ende seines Lebensunglücklichsten Deutschen Fürsten der neuesten Zeit, war am 8. Okto-ber 1735 geboren, und der älteste Sohn des regierenden HerzogsKarl von Brauns«weig-Wolfenbüttel und Philippinen Charlotten,Prinzessin von Preußen (Schwester König Friedrichs It. von Preu-ssen). Seit seinem 7ten Jahre wurde seine Erziehung dem berühm-ten Abt Jerusalem, damaligen Hvfpredigcr zu Wolfenbüttel»überkragen; seit dem zwölften besuchte er das Carolinum zu Brauu-schweig, hatte aber noch immer Jerusalem zum Lehrer «ud eine»verdienstvollen Kammerherrn von Wittorf zum Führer. Unketibrer und anderer verdienter Männer Leitung erwarb er sich vieleKenntnisse in dek Geschichte, Mathematik, fremden Sprachen, in denKtiegswiffenschasten und schönen Künsten, da er von Natur sehr vor-zügliche Anlagen besaß. Trotz der Pracht, der Freude und dem Ge-nusse, die an feines Vaters Hofe herrschten, ließ er sich doch keineAusschweifungen — die in der Liebe ausgenommen — zu Schulde«kommen, und früh regte sich seine Begierde nach Ruhm, die durchdie Thaten seines mütterlichen Onkels, Friedrichs II., immer mehrNahrung erhielt. Der siebenjährige Krieg gab ihm Gelegenheit,seiue Talente zu zeigen. Beim Ausbruche desselben führte er dieBraunschweigischen Trupen znr Armee der Mitten, und zeigten«der für diese unglücklichen Schlacht bei Hasteubcck am 26. J»n175 ?,. nach Friedrichs II. Urtheil, durch seinen ersten Versuch, daßihn die Natur zum Helden bestimmt habe, indem er eine von denFranzosen eroberte Bakterie, im Mittelpunkte der alliirtcn Armee,von jenen wieder eroberte. Im folgenden Jahre entschied er denSieg, den sein väterlicher Onkel, Herzog Ferdinand von Braun-sckweig (s. dies. Art.) über den Französischen General Clermvntbei Crevelt am 2z. Jvni erfocht. Er nahm überhaupt an allem-,was die Armee unter Ferdinanden ausführte, den thätigsten Antheil;sein Name wurde immer neben den Namen Friedrichs, Hein-richs und Ferdinands in diesem Kriege mir Ruhm genannt,und Friedrichs Achtung gegen ihn stieg immer mehr. Nach Beendi-gung des siebenjährigen Krieges vermählte er sich (1764) mit der-