Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Prinzessin von Wallis, Auguste (Schwester des jetzigen Königs vonGroßbritannien), die ihm einen sehr ansehnlichen Brautschatz zu»brachte, und dem Lande dadurch viele Unterstützung verschaffte, alleineben so wenig im Stande war, die zerrütteten Finanzen des Lan-des herzustellen, als es ihr gelang, ihren Gemahl sich völlig eigenzu machen (zumal da er 1766 eine Reise nach Italien unternahmund von da auch eine Geliebte mit zurückbrachte). Indessen, daer die Lage seines Vaterlandes kennen lernte, so machte er sichschon jetzt die größte Sparsamkeit zur Pflicht, und lebte, meistensvon Geschäften zurückgezogen, für die Wissenschaften und schöne«Künste. Im Jahre 177z trat er in Preußische Kriegsdienste, wart»General der Infanterie und Kommandanr eines Infanterieregimentszu Halberstadt, hatte aber bei dem langen, durch den Baieriscke«Crbfvlgekneg 1778 nur sehr unbedeutend unterbrochenen Frieden,keine Gelegenheit, seine kriegerischen Anlagen völlig auszubilden.Nach seines Vaters Tode (1780) trat er die Regierung mit größtemErnste und größter Thätigkeit an. Zuerst auf die nothwendige Ver-besserung der Finanzen bedacht, schränkte er seine Hofhaltung, un-geachtet Niemand eigentlich außer Brot gesetzt wurde, doch sehr ein;allein, da hierdurch die Stadt und die gewerbetreibende» Ständeviel zeitherige Vortheile dadurch verloren, so erregte schon dieses vielMißvergnügen, wenn auch der Herzog nicht bisweilen seine Spar-samkeit bis ins Kleinliche getrieben hätte. Indeß war er nichts we-niger als geizig, sondern bloß auf das Wohl seines Landes bedacht;er sorgte für Verminderung der Landesschulden» für den Ackerbau,für die Freiheit des Handels, unternahm und unterstützte ansehnlicheBaue, gab brauchbaren Staatsdiener« und Privatpersonen bedeu-tende Unterstützungen; aber auch selbst für das öffentliche Vergnüge«(z. B. unentgeldliche Italienische Oper, Freiredouten «. s. w.) sorgteer eben so angelegentlich. Ungeachtet aber dem Herzog nichts mehram Herzen lag, als das Wohl seines Laubes, und er zur Vermin-derung der Schulden sich die Sparsamkeit zur Pflicht machte; s»wurde doch diese dem Lande wieder nachtheilig. Er hatte, um dieBezahlung jener Schulden zu beschleunigen, die Zinsen der im Landeselbst erborgten Kapitalien von fünf zuletzt bis auf 2j Prvcent herab-gesetzt. Hierdurch verminderten sich die Einnahmen der Kapitaliste«und der Erwerb für hie gewerbetreibenden Stände, besonders in derHauptstadt Braunschweig. Zum Ersatz für diesen Verlust suchte erreiche Edelleute an den Hof und iu seine Dienste zu ziehen, damit sieLraunschweig zu ihrem Wohnorte wählen und ihre Einkünfte hierverzehren sollten; allein der Aufwand, den diese reichen Fremdlingemachten, wurde von andern, weniger begüterten adelichen Familien,und sogar von Personen aus nieder» Ständen, über ihre Kräfte nach-geahmt, und so entstand ein Lurus, der Schulden und Banquerootenach sich zog. Ucberhaupt hakte der Herzog bisweilen das Unglück,bei dem besten Willen, den von ihm beabsichtigten Zweck entwedermcht ganz, oder auch gar nicht zu erreichen. Dieß war zum Theilder Fall bei der Reform des Unterrichts und der öffentlichen Erzie-hung, auf welche er große Summen verwendete, und noch mehrverwendet haben würde, wen» seinen Plänen keine Hindernisse inden Weg gelegt worden wären. Außer der allgeineinen Aufsicht avf sei»uen Staat und dessen Wohl, nahm der Herzog auch an den Arbeite«Mnes Kammer- und geheimen Rathskollegium Antheil» wohnte den«utzunzen bei, oder ließ sich vortragen, die Akten vorlegen, und