Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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verwandte als einer seiner Vorgänger, keine Koste» scheute, «m desDichters Schauspiele mit allem Pomp aufzuführen. Nachdem erzehn Jahre lang unablässig für Theater und Kirche gearbeitet hatte,erhielt er auf königlichen Befehl die Erlaubniß, in den geistliche!!Stand zu treten, lözz erhielt er eine der Kapellansteüen an dererzbischöflichen Kirche zu Toledo, ohne aber seine bisherige Be-schäftigung aufzugeben. Da ihn jedoch diese Stelle allzu weit vvmHofe entfernte, so erhielt er rsüz mit Beibehaltung seiner bisheri-gen noch eine andere Stelle an der königlichen Hofkapclle, und zu-gleich eine auf die Einkünfte von Sicilien angewiesene Pension. Sein-Ruf aber vergrößerte seine Einkünfte noch um vieles, indem ervon den angesehensten Städten Spaniens um Verfertigung von >u-ros «scrrwontLle» (Frohnleichnamestücke) ersucht ward. Anf Ver-fertigung derselben wendete er, seitdem er in den geistlichen Standgetreten war, vorzüglichen Fleiß, und in der That verdunkelte er«lies, was die an Stücken dieser Art doch so reiche Literatur Spa-«iens bis dahin auszuweisen halte. Diese Stücke sagten vornehm-lich seinem religiösen Gemüthe zu. Daß er vorzugsweise einen Wertbaus sie legte, beweist folgende Anekdote. Da die Buchhändler meh-rere Stücke anderer Verfasser als Arbeiten Caldervns verkauften, soersuchte ihn der Herzog von Vcragua um ein vollständiges Verzeich-uiß seiner Stücke. Caldervn sendete ihm bloß ein Verzeickniß seiner. und schrieb: es sey freilich beleidigend, daß man ihm zu sei-nen eigenen fehlerhaften Arbeiten noch fremde unterschiebe, und seineStücke so entstellt habe, daß er selbst sie nur dem Titel nach kenne;Loch wolle er mit diesen weltlichen Schauspielen nicht mehr Umständemachen, als die Buchhändler. Nur an den geistlichen sey ihm, umder Religion willen, mehr gelegen/' Man erkennt leicht, daß derDichter noch aus ganz andern als bloß ästhetischen Gründen auf dieXucos einen vorzüglichen Werth legte, und deshalb in der That un-gerecht gegen seine übrigen Stücke war, die in vielfacher Hinsichtebenfalls eine nicht geringe Auszeichnung verdienen. Zwar mag dasÄiomantische in ihnen mehr aus seiner Nation und seiner Zeit abge-leitet werden müssen, als aus tiefer Kunsteinsicht; allein das ist auch«icht die Hauptansickt bei der Würdigung seiner poetischen Verdienste.Welchen Stoff der Dichter auch behandle, überall erkennt man, frei-lich mehr oder minder, das Wehen des echten poetischen Genius:und steht er an Reichthum der Erfindung vielleicht dem Lope deVega nach, so übertrifft er ihn an Feinheit der Ausführung, Adelder Empfindung und angemeffenerm Ausdruck. Allerdings werdenwir daber iinmer noch manches unserer Denk- und Empfindungswcise,unserer gewohnten Ansicht und Ausdrucksart Fremdes finden, weitöfter aber den Dichter als unübertrefflich zu bewundern Gelegenheitlhabcn. Einseitig Gebildete werden sich freilich zunächst an jenesFremdartige halten, und da es selbst an Spanischen Kritikern nichtgefehlt hat, die, wie der Franzöffrende D. Blas Nassarre midVelasquez, Nichtbeobachtung des Außerwesentlichen dem Dichterals Fehler anzurechnen sich berechtigt hielten, so dürfen wir uns nichtverwundern, wenn manche von unsern Kritikern jenen Spanischennach - oder ähnlich sprechen. Mit Eiiiseitiqkeit nicht Behaftete un-terschreiben das Urtheil der Spanischen Nation, welches Caldervnunter die größten poetischen Genies zählt, 'und sind billig genug,manche unläugbare Mangel seiner Stücke der Zeit und den Umstan-den zuzuschreiben. Man hat von ihm iL? Komödien, deren pieir