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Cakottiste», dir, (oder das Regiment der Calotte,rexiwsor 6- la O»lorr«) waren eine Gesellschaft, welche zu Paris inden letzten Regiernngsjahren Ludwigs XIV. entstand, und den aben-teuerlichen Einfall hatte, ein Regiment unter dem Namen I» O-lott«. eine Plattmütze, welche man einem der sich über Kopfschmer-zen beklahte, aufzusetzen im Scherz gerathen halte, und woraus sichdann eben jener bizarre Einfall entspann» zn errichten, und darinalle aufzunehmen, welche durch sinnloses lächerliches Betragen, durchbizarren Charakter, tolle Meinungen u. s. w. den öffentlichen Tadelsich zuziehen würden. Sie hatten besondere Wappen, worin derScepter des Momus, ferner Schellen, Affen, Klappern rc. sich befanden;in der Hauptfahne standen die Worte: löavsr bloin»», luo» iu-üuir. Allen, die sich durch eine ausschweifende Handlung auszeich-neten, wurde ei» Patent zugeschickt, und obgleich Manche dieses sehrübel aufnahmen, so wurden sie dennoch — ausgelacht. Als derOberste dieser Calvttisteu, Lorsac, gestorben war, und die Leichen-rede leine sinnreiche Kritik des akademischen Srpls), welche die Ca-lottisten auf ihn hielten, konsiscirt wurde, lies der Garde-Oberste,Aimon, zum Marschall von Villars, beklagte sich, und setzteam Ende hinzu : „Mvnseigueur! Seit Ukeranders und Cäsars Todehaben die Calottisten keinen andern Beschützer als Sie," und bisKonfiskation wurde aufgehoben. Indessen wurden diese Herren dochzu übermüthig, indem sie Minister und selbst fremde Könige angrif-fe», und das Regiment nahm bald »vieder ein Ende.
Calprenede (Gautier de Costcö de la), geb. zu Tolgau inGascogne, gest. zu Paris 1673 als königl. Kammerherr, ist einervon denen, durch welche eine neue Art meist sehr d.ckleibiger und langausgesponuener Ritterromane im 17. Jahrhundert Mode wurden.Begebenheiten aus der wahren Geschichte der Griechen und Römerwurden in dem Geiste und der Manier des alteren Ritterromans sobearbeitet, daß mir die Namen Griechisch und Römisch blieben, dieAbenteuer selbst aber, die Situationen und Charaktere ganz in dieromantische Ritterzcir fielen. Von Calprenede sind Cassandra,ivBde.; Cleopatra, 12 Bde.; Faramond, 7 Bde., wozuHerr v. Vaunvrier noch eine Fortsetzung in 5 Banden lieferte.Durch diese Werke erhielt der Verf., dessen Trauerspiele neben dr-eien eines Corneille keine Aufmerksamkeit erregen konnten, zn seinerZejtviel Celebrität. Au läugnen ist es nicht, daß die (einigenunter allen dieser Art sich vvrtkeilhaft auszeichnen. Es mangelt demVers. uicht an dichterischer Cinbildnngskrast; seine Helden sind nicht»bne Erhabenheit, und man findet sehr gut gezeichnete Charaktere,unter denen der des Artaban eine Art von Glück gemacht hat, indem! er zum Sprichwort geworden ist, welches freilich zugleich das Lächcr-! "che der Uebertreibung anzeigt, ohne die es allerdings hier nicht ab-seht. Ware Calprenede minder eilfertig gewesen, er hätte noch ganzI andere Werke liefern können! Fast schrieb er aber so geschwind alser sprach. Dennoch sind die Begebenheiten mit vieler Kunst:«ernander verflochten, die Spra»e nickt gemein, und da« Ganze,si> gedehnt es ist, nicht ohne poetische Haltung. Seine Cleopatra ist»ungeachtet ihrer Weitschweifigkeit, der ewigen Unterredungen undBeschreibungen, der vielfachen unter einander nicht zusammenhan-genden Intriguen und manchen Abenteuerlichkeiten, doch ein Meister-stück m dieser Gattung. An Meiileuerlichkeit aber hat wohl seine Gk»