Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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»er Meerenge von Gibraltar ein Auge verlor; dennoch sehte er seineKeldzügr mit fort, und blieb immersorr Dichter so gut wie Soldat.Bei seiner Avrückkunft nach Lissabon, die ihm endlich wieder ver-stattet war, machte er dennoch kein Gluck, und da auch sein in ei-nem Sturme umgekommener Vater kein Vermögen hinterließ, soging EamoenS «m Jahr 155z mit einer Eskadre nach Ostindien ad.Zwar blieb das Schiff, auf dem er sich befand, einzig von den vier«bgesegelten Schiffen vom Sturme übrig; aber dennoch schien auchin Asien kein Glück seiner zu warten. Er hielt sich meistentteiis mGoa auf, wo er im 3. Jahr« seines Aufenthalts in Indien (155b)wegen einiger Satiren von dem neuen Vicekvuig auf die Ju,ct Ma-tt!» verwiese» wurde; einen einzigen treue» Gefährten hatte er INseinem Sklaven Johann, der ihm lebenslang treu blieb. CamoenSerhielt in diesem seinen Eril ein Amt» nämlich als Administraiorder Gelder der Verstorbenen und Abwesende». Nach fünf Jahrenmach» der Tod des Vicekönigs seinem Eril ein Ende; er kam nachGoa, wurde aber bald der Veruntreuung bei jener Verwaltung be-schuldigt und in Artest gebracht, aus dem man ihn jedoch nachher 1ehrenvoll und als unschuldig entließ, darr beloubers die letzte Seitturch seine Verse den neuen Vicekönig sich zum Freunde gemachthatte. Alle diese Unglücksfälle erlegten bei ihm die höchste Sehnsuchtnach seinem Vaterländer die Gelegenheit zur Rückkehr zeigte sich,indem ihn der Statthalter von Sofala an oer Ogtuste von Afrikamit hiebet »ahm und das Reisegeld ihm vorschoß; allein da sie nunhier angelangt waren, und Camoens diese Summe o.cht bezadlenkonnte, ward seine Lage noch trauriger. Er rchmachtete einen Mo-nat lang in Sofala: da kam endlich ei» Europäisches Schiff mitmehreren augeiehenen Portugiesen, die für ihn bezahlten, und sogelaugte er na« sechzehnjähriger Abwesenheit endlich 1509. in seinerVaterstadt wieder an, in welche er statt aller Indischen Schätze nichkt«lS — seine in Indien vollendete Lusiade mitbrachte; ein Natio-nal-Heldengedicht, an weichem er zo Jahre gearbeitet hakte, undwodurch er eben so berühmt und der Homer seiner Nation ward,welche dies Gedicht eben so heilig, wie die Griechen ihre Jlias, hiel-ten. Dennoch schmachtete der Dichter dieses von seiner Nat>on mitso lautem Beifall aufgenommenen Gedichts, das zwei Jahre nach stl- ,ner Aurückkunst zum ersten Male gedruckt erschien, in der bitterste»Armuth. König Sebastian, dem er es zueignete, gab ihm eineelende Pension, und unser Dichter wußte sogar den Hof zu dem Feld-zug gegen Maroccv begleiten — sein treuer Johann soll sogar derNachts für sich und seinen Herrn Almosen gebettelt haben — und dadieser durch eine fürchterliche Schlacht höchst unglücklich ausfiel undSebastian selbst verschwand, so blieb der arme Dichter ganz verlasse»- Ibis er endlich im 5z. Jahre seines Alters 1579 — und wie einige jwollen, gar im Hospital! — starb. Na« seinem Tode machte man dieUngerechtigkeiten gegen diesen Dichter dadurch gut, daß man ihm den Bei-namen de« Grv ßen gab, und ein Denkmal in der Kirche, wo erlieg',errichtete! Wenn au« das ganze Gedicht der Lusiade, von welchem idiese Nachrichten entlehnt sino — vor der unbestechlichen Kritik keines- >wegs bestehen kann, so muß doch.jed.r, wer irgend Empfänglichkeit ^für wabre Poesie dat. hingerissen werden von der Schönheit einzelnerPartien des großen Gemäldes, in dem die ganze Seele des schwär-merischen Dichters lebt, »nd das von Patriotismus glüht. Eawoen»