Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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ist nichts weniger als korrecter Dichter; aber alle seine Gedickte tra,gen das Gepräge der lebendigsten, nur zu leidenschaftlichen Anschau-ung. 'In den schönsten Stellen seiner Gedichte ist jeder Aug voll Herzund Leben.

Campanien, diese besonders wichtige Landschaft des altenItaliens, am tyrrhenischen Meere gelegen, war merkwürdig, theilsum ihrer Naturbegebenheite» — ein brennender Vesuv, die phlegräi-sche» Felder, der Avernussee — theils um der außerordentlichenFruchtbarkeit, die das Land an Weizen, Seien, Weinen :c. halte,theils um der trefflichen Anlagen willen, welche die Römischen Gro-ßen, durch die herrliche Lage dieser Landschaft gereizt, hier zu Standebrachten, und sie zu ihrem fast immerwährenden Aufenthalt wählten.Die berühmtesten Bader, ungeheure Dämme, weiche ins Meer hin-eingcbaut und prächtige Paläste darauf errichtet wurden — kurz allesvermehrte noch mehr und mehr die Weichlichkeit der Römer, undzeigte zugleich von ihrer um sich greifenden Verschwendungssucht.Die berühmtesten Städre, Cumä, Puteoli, Neapel, Herculanum,

> Pompeji rc., die Insel Capreä, die Stadt Salernum, endlich Capua,die Hauptstadt von Campanien — alles Namen, die gewiß jedem nuretwas in der Geschichte Bewanderten sogleich als merkwürdig sich inSGedächtniß zurückzurufen. Die- appische und lateinische Straße führ-ten iu das Innere von Campanien, und kurz: es war der reitzendste,verführerischste Aufenthalt, um die Römer ganz zu weichlichen Men-schen umzuschaffen. Auch jezt noch ist Campania, oder Terra di La-»oro, weiches nach der neuern Einrheilung eine von den vier großenLandschaften des Königreichs Neapel ausmacht, die schönste und frucht-barste Gegend von ganz Italien.

Campe, Joachim Heinrich, dieser als philosophischer, besondersaber als pädagogischer Schriftsteller und Sprachforscher so berühmteDeutsche, wurde 1746 zu Deensen, einem Dorfe im FürstenlhumBraunschweig - Wolfenbütrel, geboren. Seine frühere Bildung erhielter auf der Schule zu Holzmünden, und studirre er dann auf der Uni-versität Halle Theologie. Er wurde nun 177z Feldprediger bei demRegimente des damaligen Prinzen von Preussen zu Potsdam, abersein edles Herz, das so warm für Meuschenwohl schlägt, und durch denAnblick des menschlichen Elends so vieles leiden mußte, lenkte seineNeigung auf Erziehung hin, wo er hoffen konnte, durch eine bessereBildung jugendlicher Seelen die Hauptquelle des menschlichen Elendszu verstopfen. Seine Absicht wurde bald befördert, da er 1776 Fürst-lich Anhalt-Deffauischer Educarionsrath, und nach Basedows Abgän-ge, Direktor des Philanthropin zu Dessau wurde. Er zog sich von die-sem Posten aber bald zurück und legte 1777 eine Privaterziebungsanstaltj Hamburg an. Wegen seiner geschwächten Gesundheit und adge-' »vmmenen Geistesmunterkeit überließ er solche 178z dem ProfessorTrapp, und privatisiere von da an zu Drittem, einem Dorfe unweitHamburg. Seit 1787 war er Herzoglich Braunschweigischer Schulrathund Cauonicus des St. Cyriakstifts zu Braunschwerg, und zugleich^ Borgeher einer Buchhandlung, die unter der Firma der Braun,ckwei-> glichen Schuibuchhandluna bekannt ist, und vorzüglich durch den Verlag^ stmer eigenen Schriften sich zu den angesehensten in Deutschland em-por schwang- Späterhin übergab er solche seinem Schwiegersöhne,dem Buchhändler Friedrich Viewea. Er ist seit t8oz Dechantdes Stifts St. Cyriak, und lebt schon mehrere Jahre in seinem Gar-den vor Braunschweig. Im Jahr 1829 ertheilte ihm die theologische