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Fakultät zu Helmsrädt das Diplom eines Doktors der GotteSgelehr-samkeir. Die Zahl seiner Schriften ist außerordentlich groß, und indenen von einem philosophischen und pädagogischen Inhalte spricht sichimmer ein Mann von dem menschensreundlicvtzen Herzen und edelstenGemeinsinne aus, und aus allen leuchten sehr edle, parriotische Zweckehervor. Er will mehr unrerrichcen als ergötzen, mehr durco Verbiet- !rnng guter Grundsätze bessern, als durch Witz belustige», lieber seinenMitmenschen Wahrheiten uns Herz legen, die zur Tugend und Gluck- ,seligkeit führen, als eine bloße glänzende Rolle vor ihnen spielen. >Die endliche allgemeine Sittenverbessemng und Verfeinerung des .menschlichen Verstandes, die Reformation unsers gesammren Erste-hungswefens, und die daraus folgende bessere Bildung jugendlich k ,Seelen, war das Ziel der Beschäftigung seines aufgeklärten und kyä- >tigen Geistes. Seine Verdienste um das Erziehungewesen sind mit >Lern lautesten Beifalle anerkannt worden, und seine Schriften in die- !sem Fache sind die gelesensten und geschätztesten. Sein Styl ist rein >und fließend, frei von de» Künsten der Schule, lebhaft, sanft. 3 » , ,-er vertraulichen und rührenden Schreibart dient er zum Muster- ! 'Vorzüglich besizt er eine bewundernswürdige Gabe, sich zu dem Fas-sungsvermögen der Jugend,, die er unterrichten will - her -bzulassc», 'und selbst abstrakte Gegenstände ausnehmend zu versinnlichen. Als ^ .Philosoph verbindet er mit tiefsinnigem Nachdenken viele Klarheit und ,Popnlaricär, auch kritische Genanigkeit und zierliche Schönheit im °Ausdruck. Er weiß sehr gut einzulenken, von trocknen spekulativen Be- ,ckrachttmgen zu faßlicher Moral, vom weisen Ernste zu den leichte» s,Spielen der Jugend. Sei» Herz wird immer gleich erwärmt; der >,
Reichthum seiner Gedanken gibt der Sprache Nachdruck und Adel. .
Obgleich seine Bemühungen um „die Reinigung und Bereicherung der „/»deutschen Sprache" oft die Gestalt des Sonderbaren angenommen §
haben, so hat er dennoch sich auch hierin ein bleibendes Verdienst er- «
worden. Da seine Schriften so mannigfaltig und zahlreich sind, s» y
wäre hier nicht der rechce Ort sie alle der Reihe nach aufzuführen» ,
Indessen dürfen auch einige Notizen der merkwürdigsten und bekannte- >
sten nicht gänzlich fehlen. Seine Jugendschriften hat er in einer Aus- ^gäbe in dreißig Bändchen vereinigt unter dem Titel: „Sämmtliche j,„Kinder - und Jugendschriften von Joachim Heinrich Campe." Braun- ,schweig i»v 7 - >2. 30 Bändchen, (ig Lhlr. 4 Gr.) mit vielen Ku- ,
-fern. Unter diesen ist, wie Campe selbst versichert, sein Lesebuch No- h
btnso» der jüngere in alle Europäische Sprachen von Cadir bis Peters- ^bürg, sogar in die Russische und Neugriechische übcrsezt worden. Au >dreier Erzählung hat folgende Begebenheit Veranlassung gegeben.' ,Alexander Selkirk, aus Largo in Schottland, geboren um das Jahr ^ ^1680, diente von Jugend auf zur See, begleitete als Oberbvotswaim ^ §den berühmten englischen SeefahrerDampier nach der Eüdsee, gerieth -mit seinem Schiffskapitän in Streit, und wurde 1705 auf der damals ^ funbewohnten Insel Juan Fernandez, hinter Cdili, zurückgelassen, nach ^einem einsamen und kümmerlichen Auftnthalce von vier Jahren und hvier Monaten im Jahr lvoy vom Kapitän Woodes Roger der ^seiner Reise um die Welr, wieder an Bord genommen und nach zweiJahre» »ach England zurück gebracht. Selkirk beschrieb hierauf leine ,Begebenheiten und übergab die Papiere einem damaligen bekannte» §Schriftsteller, Daniel Defve, zur Durchsicht, um sie zum Druckzuzubereiten. Dieser entwendete daraus die Materialien zu einem jRomane, und gab dem betrogenen Seefahrer seine Papiere zurück. Er