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den Frieden zu Slastadt und Baden 1715 zu schließen, durch welchener zwar im Besitze eines Theils der Niederlande, ingleichen desHerzoathnms Mailand und beider Sicilien bestätigt wurde, aber dasKomgreich Spanien, das er schon gewissermaßen in Händen gehabthalte, wieder verlor. Im Jahr 17,6 gerieth er in einen Krieg mitden Türken, dessen vortheilhafter Ausgang, seinem großen Feldherrn,dem Prinzen Eugen von Savoyen, zuzuschreiben war. Desto un-glücklicher waren zwei andere Kriege, welche Carl führe» mußte, derwegen der Polnischen Kvnigswahl mit Frankreich und Spanien : 7 zz,in welchem ibm Spanien das Königreich Neapel und Sicilien entriß,und der Krieg mit den Türken 1739, der sich mit dem Verluste vonganz Servieu, der österreichischen Walachei» und andern »abgelegenenrändern endigte Außerdem hätte der Kaiser vom Ansauge seiner Re- .gierung her sich Ungemnne Mühe gegeben, durch das Erbsolgegesetz, !welches er die pragmatische Sanction nannte, seine Erdländcr au»alsdann, wenn er keine männlichen Erben hinterlassen sollte, in seinemHause zu erhalten. Carl starb nach einer sehr kurzen Krankbeit zuWien am »0. Okt. 1740, und mit ihm ging der Mannsstamm deSHabsburgösterreichischcn Hauses völlig aus, denn er hinterließ nurzwei Töchter, Maria Theresia und Maria Anna, wovon dieerstere ihm in seinen Erbstaatcn folgte. Bei allen Anlagen, die einen ,glücklichen Privatmann bilden können, entbehrte Carl Vl. die>e»iae>», !die ihm als Beherrscher einer großen Monarchie nöthig waren. Sein ^Verstand war weder umfassend, noch durchdringend, seine Gutmüthig- ^keit ließ sich zu wenig von der Ueberlegung leiten und an Entschlossen-heit, Standhaftigkeir und Festigkeit fehlte es ihm so sehr, daß er leichtdas Spiel listiger Hofranke wurde. So sehr er daher bei dem Anfangeseiner Regierung vergöttert worden war, so sehr bemerkte man auchgegen das Ende derselben, daß seine Geisteskräfte immer mehr abnah-men. Er hinterließ die Finanzen und das Kriegswesen in großer Ker- Irüttung.
Carl der Neunte, König von Frankreich, Heinrich II-Sohn, geb. den 27. Juni 1550. Weil er erst 10 Jahre alt war, alsihm nach.seines Bruders, Franzn., Tode die Regierung zufiel,so führte seine Mutter, Katharina von Medici, die Reichs-verwaltung und wie er älter wurde, ließ seine Sorglosigkeit und Nei-gung zu Lustbarkeiten nicht zu, daß er sich um die Geschäfte beknnnwerte. Seine Regierung war für das gleich äußerst unglücklich, dennes wurden beinahe unaufhörliche Kriege zwischen den Franzosen selbstmit unbeschreiblicher Erbitterung geführt. Die sehr ausgebreitete Re- !liaion der grausam gedrückten Reformirteu gab den Dorwand dazu,aber Ehrgeitz und Herrschbegietde von den zwei größten Häusern inFrankreich, B 0 urb 0 n und hauptsächlich Lothringen, waren dieeigentliche Ursache. Die Resormitte» behielten unter der Anführungdes erster» Hauses immer Kräfte genug übrig, obgleich Carl, nachdem mir ihnen beschworne» Frieden, am Bartholomäus und den fol-genden Läge« 1572, viele rooo derselben nieuchelmördensch umbrmge«ließ, Die Reformirren ergriffen die Waffen von neuem und währendder fortdauernden Unruhen starb Carl den M.Mai IZ74 ohne männ-liche Nachkommen zn hinterlasse», daher sein Bruder Heinrich iu-die Regierung bekam. Carl war von Gemüthsart äußerst betti?,jähzornig und grausam, dabei aber klug, verschlagen und von stbarterBenrtheiluiigskrast. In der Verstellungsknnst war er seiner Mittlervöllig gleich. Er liebte die heftigen Leibesübungen, die va-