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Ballspiel, das Tanzen und das Eisensckmieden, fast bis zum Unsinn,fand aber dennoch Geschmack an den Wissenschaften, besonders an derDichtkunst. Wie er denn auch einige erträgliche Gedichte selbst ver-fertigte. Sein Unglück war die schlechte Erziehung, die er bekam, unddie Nachsicht und das Beispiel seiner Mutter.
Carl der Zwölfte, König von Schweden, ein Sohn Car.lsdes XI. wurde 1Ü82 geboren, und starb 1718. Dieser bizarr-großeMann, den man, wenn auch nickt bewundern, doch anstaunen muß,den die Nacnr mir großer Kraft ausrüstete, durch deren abenteuerli-chen Gebrauch er jedoch den Namen des Nordischen Don Qui-rote erhielt, hatte einen glücklichen und edlen Wuchs, eine schöneStirne, große blaue Augen, blonde Haare, eine weiße Gesichtsfarbe,aber fast gar keinen Bart noch Haare, und eabci ein seltsames unange-nehmes Lächeln. Von Jugend aufzeigte er eine große Unerschrockenheit,und setzte sich geflissentlich den größten Gefahren im Reiten und Jage»aus. Mlt dieser Unerschrockenheit verband er auf die sonderbarsteWeise eine gewisse Schüchternheit im gesellschaftlichen Umgänge.Seinen Körper härtete er frühzeitig ab; er ist vielleicht der einzigeFürst, welcher der Liebe nicht opferte; auch trank er selten Wein. Ersprach wenig, war aber stets voller Gedanken, und im Arbeiten warer unermudet. Er besaß alle Tugenden eines Helden, aber in einemGrade, welcher dieselben eben so gefährlich, als die entgegengesetztenLaster macht. Seine Festigkeit ging bis zur Hartnäckigkeit; sie ver-ursachte sein Unglück in der Ukräne, und hielt ihn fünf Jahre in derTürkei zurück. Seine Freigebigkeit artete in Verschwendung aus; sieruinirte Schweden. Seine Hcrzhaftigkeit stieg bis zur Verwegehheit,und verursachte seinen Tod. Seine Gerechtigkeit ward oft zur Grau-samkeit. Einmal beleidigt, kochte er unversöhnliche Rache, diese ließihn Kriege fortführen, die. er vortheilhafter geendigt hätte; diesemachte, daß er den Sächsischen von ihm gefangenen General Peykullenthaupten, und den ihm ausgelieferten Russischen General Parkukjämmerlich durchs Rad hinrichten ließ. Die Behauptung seines An-sehens näherte sich in den letzten Jahren der Tyrannei. Er warfünfzehn Jahr alt, als sein Vater starb, nach dessen Testamente erviSins achtzehnte Jahr unter der Vormundschaft seinerMutter stehensollte; allein er ließ sich noch dasselbe Jahr für majorenn erklären.Bei der Krönung nahm er dem Herzog von Upsal die Krone aus denHänden und setzte sich dieselbe selbst auf; mau setzt als etwas beson-deres hinzu, daß er, während er die Krone aufgehabt, den großen Dia-mant aus derselben verloren habe. Die ersten Jahre seiner Regie-rung genoß Schweden einer vollkommenen Ruhe; Carl schien an kei-nen Krieg zu denken; wohl aber durch körperliche Uebungen sich aufdenselben gefaßt zu halten. Allein Friedrich IV- Konig von Dän-«emark, Peter, Czar von Moskau, und August, König von Po-len, glaubten von seiner Jugend Vortheil ziehen zu können, und schlös-sen gegen ihn einBünbniß, alleinCarl, damals kaum achtzehnJahc«lt, überfiel sie alle nach einander; er belagerte Kopenhagen, undzwang in weniger als sechs Wochen Friedrich IV- zum Frieden;er marschirtg hierauf wider die Russen, und gewann (oeu zo. Noitt1700) mit 8000 Mann die große Schlacht bei Narva gegen 8000aMann Russen; er vertrieb (17011 die Sachsen aus Liefland und Cnr-wnd, welches den König August dahin brachte, daß er selbst durchberühmte Gräfin Königs mark den Frieden suchte, welche je-doch Carl nichr einmal sehen wollte; er ließ 1704StauislanSTonv.Lex. Erster Band- H l)