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Lesczinsky zum,König von Pole» wählen; marschirte 1706 nachSachsen, und nörbigre den König von Polen, sich in dem Frieden zuSlltranstädr der Krone V» begeben. Dies war der Zeitpunkt des höch-sten Glücks der schwedischen Waffen, welche jetzt ganz Europa Ehr-furcht einflößten. Peter, der nun noch sei» Feind war, Lot ihm sehtgute Friedensbedingungen an; allein Carls Rachsucht machte, daßer dieselben ausschlug; er wollte auch denCzar aus seinem Reiche ver-treiben. Er sah nicht ein, daß es eine ganz andre Sache sey; den Königeines immer zu Faktionen geneigten Staats, und den despotischen Be-herrscher eines Reichs zu entsetzen, auf welches kein Mensch einen schein-baren Anspruch mache» konnte. Der bis jevt zum Bewundern sieg-reicheCarl erfuhr jetzt die Laune desGiücks auf das' ailerempfindlich-ste. DieSchlachtvvnPultawa stürzte ihn bald(i7oy)von dem Gip-fel seiner Größe, und er entfloh mit weniger Mannschaft zu den Tür-ken nach Bender. Jetzt erneuerte sich die vorige Alliame wider ihn, undKönig Aug »st zog noch dasselbeJabr wieder inPoleu ein. Unterdessenbemühte sich Carl mit dergrLßtenHarcnäckigkeitchieTürtenwiderdenCzaar aufzuhetzen, welches ihm auch endlich gelang. Der Czar gcriethin große Gefahr dadurch, anö welcher er jedoch vorzüglich durch seinenacbherige Gemahlin und Nachfosgerin Catharin a gerissen wurde.Jetzt wünschte» die Türken, ihren beschwerlichen Gast los zn sepn;den 1. Febr. >713 ging der 'seltsame Auftritt zn Warniza bei Bcndeiivor, da Carl, den die Türken nunmehr durch Anrückmig von 4200Mann zur Abreise nöthigen wollten, sich mit seinen wenigen Leutenzur-Wehr setzte und nicht eher »'ich, als bis das Daus brannte under gefangen wurde. Carls Unglück nahm immer zu ; seine Feindevernichteten seine Armee und nahmen ihm nicht nur seine, sondernauch seiner Vorfahren Eroberungen. Nach seiner Zürnckkunst aus derTürkej nach Schweden (1714), welche in den traurigsten Umstandengeschah, gcrieth er au einen neuen Feind, den König von Preußen!auch England erklärte sich wieder ihn. Dieses alles konnte jedoch sei-nen Muth und seine Entwürfe nicht niederschlagen; er trat vielmehrznsp dem Czar in geheime Unterhandlungen, deren Zweck gewesenfevn soll, das ganze System von Europa umzuändern. Au Folgedieser Traktaten suchte er Norwegen zu erobern: er belagerte Fried-rich s h a l l, die Belagerung war aber noch nicht weit gediehen, undstur ein kleines vorliegendes Fort erobert, als der König (den n.Dec. 1718, Abends um ss Uhr) in den Laufgräben ganz allein aufden Rand des Grabens gelehnt aber noch stehend gefunden wurde;«ine Kugel wur ihm durch beide Schläfe gefahren, sie machte allenjenen Riesenprojekten ein Ende. Nicht leicht war jemand mie^fchrockener als Carl. Als er eines Tages einem Sekretär Brieftdiktirte, fiel eine Bombe auf das Haus, zerbrach das Dach, undzerplatzte neben dem Aimmer des Königs. Bei dem Geräusch derBombe, bei dem Krachen des Hauses fiel dem Sekretär die Feder«us der Hand. „Was gihts?" fragte ihn der König ruhig, „warumschreibst du nicht?" Der Sekretär war unfähig etwas andres zu er-wiedern, als „ach, Euer Majestät, die Bombe!" ,;Ei," verzehre derKönig, „was hat die Bombe mit dem Briefe zu schaf-fen? Schreib!" Die ganze Welt kenntCarls Widerwillen gegendie Frauenzimmer; folgendes soll die Ursache davon seyn. Kurznach seiner Thronbesteigung hatte ihm ei» Professor in Stockholmeine neue Erfindung in der Artillerie mitgetheilt. Carl gMg des-halb einmal des Morgens selbst zn dem Professor, welcher eben krank