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quitäten-Kabinet, 177^ eine deutsche, gelehrte Gesellschaft, ein Kä-binct natürlicher Seltenheiten, einen botanischen Garten, ein mili-tärisch-anatomisches Theater, chirurgisches Kollegium, eine Hebam-men- und Kransenwa'rterschulc, eine Akademie der Aeichnungs- undBildhauerkunst und die-Sternwarte erhob er zu einer der ersten nichtnur in Deutschland, sondern vielleicht selbst in Europa, In Lauter»errichtete er 1774 eine Kamera!-Hoheschule, die er 1784 nach Hei-delberg verlegte und mit der dasigen Universität verband. AnchDaftrn ,verdankt ihm mehrere Anstalten,"die den schonen Zweck hatten, Acker- >ban, Gewerbe, Künste und Wissenschaften auf eine höhere Stuft zu jbringen, den Anfang der Kultur des Donau-Moses, vortrefflicheLandstraßen, das verbesserte Salincnwesen, eine Forst- und Biebarz-ueischule, Militair-Akademie )c. Allein in spätern Jahren öffneteseine weiche Gemüthsart einer gewissen Frömmigkeit den Weg zu sei-nem Herzen/ wodurch manche Personen Eingang bei ihm fanden undVorordmuigen n»d Anstalten veranlaßten, die dem Wvhle des Lan-des nachrheilig waren. ,
Carl, Landgraf von Hessen-Cassel, geb. den z. Aug. l6Z4, einSohn Wilhelms Vl., der rü6z starh und Nachfolger seines al-tern Bruders Wilhelms VH- seit 1670. Er sorgte für den Wohl-stand seines Landes und den Glanz seines Hauses auf die auSge- -zcichnetste Weise nnd nahm sich Deutschlands gegen die Franzdß- lscheu Angriffe nachdrücklich an. Der Stadt Wien eilte er gleich- Ifalls zu Hülfe. Dem Könige von Spanien überließ er 7Z00 Mannzur Vertheidigung der Niederlande. Den Kaiser unterstützte ernicht bloß in Deutschland, sondern auch in Italien mit Mannschaft.Die Französischen Flüchtlinge nahm er auf das bereitwilligste in sei-nem Lande auf. Durst) sie entstand die schöne Neustadt zu Cassel.Carl errichtete daselbst 1709 das nach seinem Namen genannte Kol-legium. Von 1696 — 1714 bauete er den erstaunenswürdigen Carls-berg. Mit Kursachsen verglich er sich wegen der Grafschaft Hä-ngst- Münzenberg. Dem Könige von Großbritannien gab er1200 Mann in Sold. Er starb 17Z0 und hatte Friedrich k-, derzugleich als König von Schweden regierte, zum Nachfolger.
Carl, Prinz von Lothringen, Kaiftrl. und Reichs-General-feldmarschall und General-Gouverneur der Ocstreichischen Nieder-lande, ein Bruder Kaiser Franzl., geb. zu Lnneville den 10. De-cember 1712, trat früh in Kaiftrl. Kriegsdienste, kommandirte 17-pdie Armee, vertrieb die Franzosen aus Böhmen, ging gegen denRhein und setzte sich in der Mitte des Elsaß. Aber Friedrich U-,König von Preußen, brach den Breslaner Frieden und verursachte,daß Prinz Carl nast> Böhmen zurückkehrte, um die Feinde aus die-sem Reiche zu verdränge». Er kommandirte nachmals 1757 die Kai-serlichen Truppen, schlug den General Keith und den ?2. Nvv. die-ses Jahres die Preußen bei Bresiau, wurde aber von diesen wie-derum bei Listn geschlagen. Dieser öfters unglückliche Prinz hattealle Kenntnisse eines guten Generals, kannte alle Vortheile einerguten Veranstaltung und einer sichern Retirade, verfehlte aber den-noch und oft plötzlich den gehofft«! Endzweck. Er starb den 4.ch«I.-178a und nahm die Liebe der Brabanter mit sich ins Grab.
Carlos (Don), dessen tragisches Lebensende durch Schillersbekanntes Meisterstück neues Interesse erregt hat, und über bestenGeschichte noch immer ein dichter Schleier gezogen Ist, war vereinzige Lohn Philipps H. Königs v»n Spanien, aus dessen erster