Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Ehe nut Marien neu Portugal. Seine Lebhaftigkeit und sei» glück-liches Genie berechtigten zu großen Erwartungen; aber sein jugend-licher Jähzorn und Leichtsinn, so wie sein Hang zu Ausschweifun-gen machten ihn dem Vater sehr ftnb verhaßt. Allein noch wichti-gere Gründe erzürnten denselben; denn der Prinz war nickt nur einheimlicher Freund der Protestanten und der unruhigen Niederlän-der, sondern auch der heftigste Gegner des niederträchtigen undj durch seine Grausamkeiten berüchtigten Herzogs von Alba, des! Günstlings des Monarchen. Noch mehr, der Hinge vierzehnjährigeCarlos warb rzzg um die Hand der Jsabclla von Valvis, Tochter Heinrichs II. von Frankreich; und Philipp nahm diese ganz jungePrinzessin zu seiner eigenen Gemalrn, merkte aner bald ein gehci-^ mes Liebesverstandniß zwischen ihr und Carlos. Ein neuer Versassvermehrte seinen Groll. Carlos bat ihn nämlich, ihn selbst in dieNiederlande zu Dämpfung der Unrnhen zu schicken; dieser sandteaber den Herzog von Alba dahin. Carlos zog, als Alba von ihmAbschied nehmen wollte, gegen ihn den Degen, und beschloß nunselbst eine heimliche Reise nach den Niederlanden: allein seine Planewurden verrathen und er in seinem Wohnzimmer auf Befehl undinGegenwart seines Vaters gefangen gesetzt. Dieser ließ ihm, allenBitten Jsabellens ungeachtet, in gcheimnißvoller Stille den Prozeßmachen, und der 2§. Julius iz68 war der Todestag des unglückli-chen 24jährigen Prinzen. Man gab zwar ein heftiges Fieber alsdie Ursache des LvdeS an; allein niemand gab der Sage Gehör.Auch entdeckte es sich nachher, daß er aus Philipps Befehl hinge-, richtet worden sey, nud zwar stimmen die wahrscheinlichsten Zeug-nisse für dessen Enthauptung; denn dieß versichert nicht nur seinBiograph Saint Reel, sondern man fand auch, als die vorherigeKönigin von Spanien sich den Sarg des Prinzen öffnen ließ, denabgeschlagenen Kops ihm zu Füßen. Ob die Beschuldigungen, daßer mit den aufrührerischen Monskos in Unterhandlung gestanden,und seinem Vater nach dem Lehen getrachtet habe, gegründet sind,ist niÄt ganz erwiesen. Die wahrscheinlichste Ursache seiner Ermor-dung war die Liebe zu Jsabellen. Die junge Königin, die geradedamals schwanger war, starb nach drei Monaten plötzlich; und mauvermuthet, daß sie entweder auch ein Opfer der Rache ihres erzürn -ten Gemals geworden sey, oder daß der Gram über hen Tod desGeliebten ibre Lebenslage verkürzt habe.

Carlowitz, ein großer Flecken an der Donau, zu Ungarn ge-hörig, wo iüyy zwischen dem Kaiser, Polen, Rußland, Venedigund den Türken unter Englischer und Holländischer Vermittelungder Car10 wi»er Friede geschloffen wurde.

Carls bad, eine kleine offene Stadt in Böhmen, und zwar

> im Saazer Kreise, Ellnboqner Antheils, zwischen hohen Bergen i»

I einem engen Thal an der Tölpel, welche mitten durch geht. Sie

> hat ungefähr zooo Einwohner, und ist vorzüglich wegen ihrer wohl^

! thätigen Quellen berühmt, welche jährlich oft zwischen ü —800Men-schen dahin versammeln. Die beiden vorzüglichsten Quellen inCarlsbad sind 1) der Sprudel; die Hauptquelle, deren Entdeckung>m Jahr iziy und zwar der Sage nach von Kaiser Carl IV- gesche-he» seyn soll, als er einen Hirsch perfvlgt, welcher von einem ho-hen Felsen (der noch bis jetzt der Hstxschspruiig heißt) herabAesornngr», r>nd durch diese» Sprung die Quelle geöffnet habe.Der Sprudel ist die heißeste der tzmls-gder LEn- die 2WM