Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Carmösircn «der Carmusiren, von dem SchwedischenWorte Karm, der Rand, heißt: einen größer«, Edelstein mit kleine-ren einfassen.

Carnation, in der Malerei, die Darstellung unbekleideterTheile des Körpers, die Fleischmalerei.

Carneval, das, auch Carnaval, r) (in den Kirchcngebräu-chen) die Zeit von dem Feste der heil. drei Könige bis zu Anfangeder vierzigtägigen Fasten, oder Aschermittwoch (im Deutschen Fast-nacht). s) Die gewöhnlichen Carnevals-Lustbarkeiten. Unter diesenletztem sind vorzüglich das Carneval zu Venedig und das Carnevalzu Rom berühmt. Das Carneval zu Venedig ist das berühm-teste und längste aller Europäischen Feste. Es fängt allemal »achWeihnachten an; die Lustbarkeiten sind Schauspiele, Redouten, dieVergnügungen des Marcusxlatzes, und zuweilen bei Besuchen gro-ßer Fürsten, noch eine Regatta, oder ein Wettrennen in Böten.Die Redouten, bei welchen die Hazardspiele die Hauptsache waren,haben seit dem Verbot dieser Spiele im Jahre 1774 sehr viel ver-loren. Wirklich machte dieses Verbot, daß das Jahr darauf dasCarneval wenig von Fremden besucht wurde; als aber bald daraufdas Spiel in allen Provinzen Italiens verboten wurde, so trat dasberühmte Carneval wieder in seine alten Rechte. Nächst diesen«gibt es auch in Venedig ein zweites Carneval, die Venetiani-sä>c Mcsfe, welche auch das Himmelfahrrs - und Bucentaurcn-fest heißt: das erstere, weil es gewöhnlich am Himmelfahrtsrageanfängt; das zweite, weil man die Ceremonie der Vermälung desDoge mit dem Adriatischen Meere damit verbunden hat. Esdauert vierzehn Tage; jedoch dürfen keine Charakter-Marken, son-dern bloß Venetianische Domino's getragen werden. Das Carne-»al zu Rom, von welchem uns Göthe eine treffliche Beschrei-bung geliefert hat, dauert nur acht Tage, und bestehet vorzüglichin Maskeraden und Wettrennen. Die Polizei ist dabei äußerst streng.

Caricatur, ein aus dem Italiänischen entlehnter Kunstaus-druck, von c-nic-ti'e, überladen, übertreiben (cliLiAer bei denFranzosen; daher auf dem Theater chargirte Rollen. Wir ge-brauchen auch im Deutschen das Zeitwort Carikiren). Carica-tur ist demnach, der Etymologie zu Folge, eine Darstellung, «vor-tu Theile. Eigenschaften, Merkmale, durch Menge oder Große über-triebe» worden sind. Durch den Contrast, welcher sich dem Betrach-tenden dabei unfehlbar aufdringt, werden sie in ei st lächerlich, unddaher kommt es, daß man gewöhnlich, wiewohl unrichtig, bei der^ Caricatur zunächst und hauptsächlich an das Lächerliche denkr. Estibt aber nicht blos lächerliche, es gibt auch schrecklich- Caricaturen.Entwickelt man sich die Ursache jenes Contrastes, so findet manden Grund. Jener Contrast geht hervor aus einer Vergleichungdes angeschauten Individuellen mit dem Musterbilde, welches der! Phantasie von der Gattung vorschwebt, des Abweicveuden der allge-meinen Normalidee. Diese Normalidee kann nie ganz verlorenSehen, weil sonst das dargestellte Wesen aufhören würoe, der Gat-tung anzugehören. Indem nun aber ein Theil nach dieser unauf-ßeblichen Normalidee gearbeitet ist, die übrigen aber entweder all»äusehr ins Miniatur od.r ins Kolossale ausarten, michin dort zuMel unter, hier zu viel über der Normalidee stehen, gebt jenerContrast hervor, dessen vorhin gedacht wurde, und den man nichtSewahr werde» kann, ohne das gegebene Mißverhältüiß nach Ursa»