Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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che und Wirkung zu Leurlheilen. WaS in der Calicatur der allgcmeiner» Garrungsuorm sie, naß' ist, wird für die Ursache, das Uebrigefür die Wirkung genommen, die nun entweder als zu groß, oder'als zn klein erscheint. Das erste gibt die schreckliche, das zweite dielächerliche Art der Earicatar. Mit Recht sagt daher Bendavrd: !„ein Kind von gehöriger Größe mit einem colossalen Kopfe, colosifalen Arme» u. s. w. ist eine fürchterliche Caricatm; ein erwach-sener Mensch mit einem kleinen dräschen, kleinem Wünschen mideinem süßen Sümmchen. ist ein putziger, schnurriger Kerl, einelächerliche Caricalur." Es karrn aber auch Earicarnren geben, ^in welchen beides gemischt ist, z. B. der Bramarbas, der sich ein ! §martialisches Ausehn dadurch zl, gebe» sucht, daß er außerwesentli- ^ «che. Theile über die Normalidee unmäßig vergrößert, als den i «Schnurrbart, Haarzopf, Stlefelu, Sporen, Hat, Säbel n. s. w., >wobei das Lächerliche dieser Furchtbarkeiten stets wieder um so mehr . -hervoriicchen wirb, je möhr es etwa mit' der kleinen Figur des Bra- ' .marbas coutrastirr. Das furchtbar seyn Sollende wird aber bier -aus keinem andern Grunde lächerlich, als weil die menschliche Will- > ,kühr. ins Spiel, tritt. Fürchterliche Caricatnren, bei denen dieß ^

nicht der Fall ist, sann man als bloße Monstrositäten betrachten, »

die durchaus kein Vorwnrf für die schöne Kunst seyn können. Sie >

sind unverschuldetes Unglück, welches nur unser Mitleid in Anspruch ,

nehme» kann, wenn sie nicht geradezu Entsetzen und Abscheu crre- !

gen. Deßhalb sind alle, die, um Earicatrne» darzustellen, sich in ^ ,Aufstellung unverschuldeter körperlicher Gebrechen erschöpfen, welche ,

nur kindischer oder bübischer Mmhwille zum Gegenstand der Ver-spottung nehmen kann, vom Wesen der Earicatur eben so schlecht >

als vom Zwecke der schönen Kunst unterrichtet. Freilich istch wahr, ,

wer nur die obige Erklärung von Caricarur kennt — und auf sie ,

läuft meist hinaus, was darüber gesagt worden ist, — der kann ,

leicht zu jene»! Irrthum verleitet werden. Desto nothwendiger aber ,

ist es, bei jener Erklärung nicht stehen zu bleiben. Die andereliegt ganz nahe. Wenn nämlich Darstellung »»verschuldetet . skörperlicher Gebrechen hier nicht Start finden «oll, so werden im ,

Gegentheil die verschuldeten ganz eigentlich hierher gehören. §

Diese, Abdrücke der inneren Häßlichkeit, geben sich theils in der ,

ganzen körperlichen "Beschaffenheit, thei.s und vornehmlich in den .

beweglichen Zügen des Gesichts zn erkennen. Der ganze Körperwird vollkommen deutliche Erscheinung einer mißgebildeten Seele,Ausdruck des intellektuell oder moralisch fehlerhaft Charakteristische» ^in einem menschlichen Individuum oder einer Gesammtheit solchek, ,z. B. eines Standes, einer Sekte n. s. w. In diesem Sinne hak ^ ,der ernste Leonardo.da Vinci Caricatnren gezeichnet, welche ,Graf Caylns M Blättern (tbc-cuals cls röles cis LLEtbres sr > >Le cj>!lrges) herausgegeben hat. Hier sieht man den Zänkischen, ,

den Mürrischen, den Prahler, den Faullenzer, die Feistheit des Gt- ^

sraßigen, die Ausschweifung des Wollüstlings, die Plnmvheit des ^

Ungebildeten, das Lachen der Dummheit u. s. w. mit charaktensii- ,

scher Treue dargestellt, und die sonst weniger bemerkbaren Zuge j

nur starker hervorgehoben. Allerdings findet sich da Abweisung > ,«on der Jdealnorm der Wohlgestalt des innern und äußern Men- I §,'ckwn, dessen Neigungen nnd Leidenschaften mit der Vernunft m ,

schöne Harmonie gesetzt worden sind; an eigentliche Nebertrerbnng ,

vc- fthierhast Ämmttmstischen ist aber n-ch nicht e» deuten. ;