Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Car

her a>t die Prosa gränzen, hauptsächlich jene, die sich in der Mo-ral begegnen. Unter den Werken dieser Art gibt eS vortreffliche,obgleich- sie nicht reinpvetisch genannt werden dürften. Setzen wirin der bildenden Kunst etwas Aehnliches, so lassen sich Darstellun-gen von Caricaturrn in ihr, wofern sie rechter Art sind, retten, sieentsprechen der Satyre und Groteske in der Poesie (S. Gro-teske), und so wurden sie auch schon von den Alken gebraucht, dieunter ihren Masken eine Menge Carikaturen haben. Mehrere Her-kulanische Gemälde beweisen dasselbe. Allein sie lassen sich auchwirklich nur retten, wofern sie rechter Art sind, d. h. wofern dieIdee derselben in der Tbac poetisch, das Dargestellte in der ange-gebenen Art charakteristisch, und der Zweck moralisch (im weitemSinn) ist. Musterhaft in dieser Art ist Hogarth. Uebrigensmuffen hier aber noch genannt werden Annibale Carraccki,Ghezzi, Callot, und unter unsern Landslevten vornehmlichRamberg. (S. diese Artikel.) Ungleich frauenhafter sind mehrerepolitische Caricaturen, die hauptsächlich in London in so großerMenge erschienen sind, daß man dicke Portefeuilles damit anfüllenkonnte. Viele derselben sind in dem Journal London und Pa-ris (Weimar) mitgetheilt worden, deren Erkläret (bis igoS Böt-riger) rühmlich mit Lichtenderg gewetteifert hab Die Eng-länder scheinen sich besonders zu diesem Geschmack hingeneigt zuhaben, vielleicht mehr weil er ihrer politischen Freiheit als weil erihrem Schönheitssinn zusagte. Die Freiheit geht hjep aber nicktselten bis zur zügellosen Frechheit, indem das Heiligste und Erhaben-ste dem Spott und der Verachtung Preis gegeben wird. Die engli-schen Gesetze verbieten bei Straft alle Schmähschriften, allein derGesetzgeber vergaß, daß der Künstler eben so gut schmähen kann alsder Schriftsteller. Gilray undBunbury sind es hauptsächlich»von denen die neuen Britcischen Caricatnrcn stammen. Den letzterenhat man öfters den neuen Hogarth genannt, und er verdient diesenNamen in sofern, als er sein glückliches Talent öfters zu moralischenZwecken benutzt hat. Im Jahr i? 8 ? gab er eine Folge von.scherzhaf-ten Kupferstichen über die Reitkunst heraus, welche mit ironischenBemerkungen, voll Geist und Humor, begleitet waren. Das Werkhat den Titel: Anweisung für schlechte Reiter von Geoffroi Gambado.Auch sein Werk: die Fortschritte einer Lüge, ist sehr'gut,' doch dashefte ist unstreitig die Sonntags-Vergnügungen. — Bei so viel Vor-liebe der Engländer für Caricaturen ist es nicht zu verwundern, wennwir nur von einem Engländer (Groose Lond. 1788 üders. von I. G.Grohmann, Lcipz. 17YY.) eine Theorie derselben erhalten haben,die jedoch vielerlei zu wünschen übrig läßt. Ueberhaupt dürfte esunthunlich seyn, da Regeln vorschreiben zu wollen, wo dem Witz undder genialen Laune so vieles überlassen bleiben muß. Wir Deutschenhaben von einem berühmten Theologen ein satprisches Werk unterdem Titel: Caricaturen, das zwar die Fehler aller Darstellungendieser Art, auch die zuletzt gerügten, des Witzes aber und der genia-len Laune auch nicht wenig enthält. , ' „

Carillvn, das, Glockenspiel, ohne Zweifel eine Gothische Er-findung, (gemeiniglich sezt man die erste Verfertigung desselben zuMost in Flandern ins Jabr 1487 ), steht vorzüglich in den Nieder-landen in sehr großem Ansehen. Es gibt deren mancherlei Gat-tungen; sie sind zum Theil mit Walzen, und sangen nach abgenmie-«er Zeit von selbst, wie die Uhren, an, z« spielen, da sie denn E