Car
- und Nacht jede Stunde, ja wohl gar alle Viertelstunden,- zwei, drei,vier Monate hindurch ein und eben dasselbe Stuck höre» lassen:
k eine Unterhaltung, die besonders an großer» Orten, wie z/B. ia
- Amsterdam, gar oft äußerst lästig wird, da auf den meisten Kirche»
e sich solche Glockenspiele befinden, die in jeder Viertelstunde dasselbe
- Stück wiederholen, und wo dann bei der Verschiedenheit der Uhren das
e L8r binnen 24 Stunden kaum z Minuten lang vor diesem Spiel-
- werk Ruhe hat. Zum Theil aber haben sie auch eine Art Tangen-
1 teu, welche die Glocken (eben so wie beim Flügel die Saiten) be-
e ! rühren. Dieft legte Art von Glockenspielen, welche die ganze Scale
- ganzer und halber Töne enthalten, wird von einem besondern Glok-
r kenspieler (OLrl'Ulomisni), und zwar mir der Faust geschlagen, der
S einen ledernen Ueberzuq über den Finaer an jeder Hand har, weil
, ^ er sonst unmöglich die Schläge auf rede Taste mit der gehörige»
» ^ Stärke thun könnte, um von der ganzen Stadt gehört zu werden,e Doch besitzen diese On-illonnouns, oder Kampanisten, wie sie-
r auch heiße», ungeachtet der Schwere in der Behandlungsart, mit-1 unter große Fertigkeit, indem sie dreistimmige Satze recht gut aus»
- führen, ja auch Läufer, Triller und sogar Arpeggios herausbringen.
- Die Niederländer legen einen großen Werth auf diese Glockenspiele,
- und die Einwohner einer jeden Stadt suchen eine besondere Ehre dar-
> in, einem jede» Fremden,zu erzählen, daß ihr Glockenspiel und ihr
r e-rrillonrisur besser sey, als alle übrigen- Burvey erzählt sogar
k einen großen Weltkampf, der zn Löwen von einem Oi-iillonu-ur,
- Namens Scherpen, mir einem der stärksten Violinspieler dösiger
- Genend angestellt wurde, wo er denn eines der schwersten SoloL, die
t dieser-für sei» Instrument, die Violine, gesezt harte, auf den Glocke»
5 dergestalt ausführte, daß er die Wette gewann. Einer der berübmre-
» sie» der Art ist auch Pott Hof, Orgauist an der alten Kirche und
> Kompanist auf dem Rathhausthurme zu Amsterdam, der, obgleich
1 seil seinem siebenten Jahre blind, doch schon im giften Jahre die»
» Stelle erhielt, und in der Folge sein Werk, wovon jede Taste, .»im sie
- niederzudrücken» ein Gewicht von zwei Pfund erforderte,, mit einer
> Leichtigkeit, gleich als auf eiuem Flügel, behandelte und sich nor Bur»
k bey im Jahre 1772 mit einigen Fugen darauf hören ließ. Noch ver-
> dient ein anderes, der Harmonika ähnliches Instrument, das auch den
l Namen Karrill 0n führt, hier Erwähnung. ES wurde dieß im Iahe
- I740 auf Kosten des Grasen von Brühl in Dresden von den Lonkünst-
l lern Kummer und Petzig (»mchber zu Berlin) aus porccllaneue»
. Bechern und Schalen, welche in Meißen gefertigt wurden, zusammen»
' gesezt. Sie machten vier volle Octaven aus, und wurden mit ü Zoll
! langen hölzernen, mit Scharlach überzogenen Stäbchen geschlagen.
Leider ward dieß kostbare Instrument bei einem Brande zu Etadc-(1767) ein Raub der Flammen!
Carolina, so beißt die peinliche Hals-Gerichtsordnung Kai»ser Carls V. vom Jahr 1534. Caroline, eine Goldmünze, dieniedrere Fürsten mit dem Namen Carl prägen ließen, nach dem 24.Euldenfuß n Gulden an Werth. Caroline ist auch eine ArcBillardsplel mit drei kleinen und zwei große» Bällen, wovon desmittlere kleine roth aussieht und die Caroline heißt.
Carre nssel heißt ei» Ritterspiel, das zu Wage» oder zu Pferde,in Wettfahren, Ringelrenncn re. angestellt wird, und ein klebe stl'lcibscl der alten Turniere ist. Es wird zuweilen an Fürst/,.'
> chen Höfen von den Hofcavalicre» und gn-ek» Personen von M«m >
Louv.Lcx. Erster Bund. Ib '