Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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beobachten können. Die Sache ist aus jeden Fall «vn Wichtigkeit,und lohnt wobl die Mühe, noch einige Zeit dabei zn verweilen.

In die Lugen springt, daß nicht jede schöne Kunst die Charak-tere aller Gegenstände darstellen könne, denn jede ist auf eine» gewis-sen Kreis beschrankt, die bildende Kunst auf Gegenstände der äußernWelt, die Tonkunst aus Gefüble, die Poesie allein umfaßt die äußereund innere Welt. Mit ihr, als der umfassendsten, allgemein ver-ständlichsten . wollen wir daher beginnen. Wir untersuchen i) wassur Charaktere, uud 2) wir sie dieselben darstelle, oder was und wirsie charakterisier ?

Poesie. Da die Sphäre der Poesie gerade so weit reicht,als ihr Darstellungsmittel, die Sprache, so ergibt sich, daß ei-gentlich im Himmel, auf und unler der Erde kein Gegenstandsey, ve» sie nicht darstellen könne. So viele Gegenstände sie aberdarstellen kann, so viele kann und soll sie auch charakterisire»!hier ist im Allgemeinen keine Gränzliuie zu ziehe», außer welchedas S»onheilsgefavl bei Ekel uud Abscheu erregenden Gegenstän-den zieht. Das Cdarakterisiren bezieht sich nun entweder auf dieäußere Form und Beschaffenheit oder auf die innere Kraft undWirksamkeit, oder auf den 'Ausdruck des Innern durch das Aeußere.Welches vvu diesen dargestellt werde, immer soll es so dargestelltseyn, daß es erscheine als ein echter Abdruck der Natur, dennohne Naturwahrhejt ist die Kunst nur ein leeres bedeutungslosesSpiel: zugleich aber auch so, daß die Einbildungskraft dadurch ineine lebhafte und dem gegenwärtigen Zweck entsprechende Thätig-keit versetzt werde. .Soll dieß geschehen, so muß die herausgeho-bene Eigenthümlichkeit anschaulich, sinnlich klar, Leben erregend, ge-drängt hezeichnet seyn» und den Gegenstand eben nur von derSeite mit Bestimmtheit bezeichnen, von welcher er eben jetzt un-ser Interesse auf sich ziehen soll. Dieß letztere versteht sich wohlvon selbst, weil ja sonst der Dichter i»s Unendliche ausschweifenkönnte, ohne uns dem Zwecke nur im Mindesten näher zu füh-ren. Uebrigens kann über das Mehr oder Weniger lediglich dasGesetz der Zweckmäßigkeit entscheiden- Mancherlei Mittel stehendem Dichter zu Gebote; jetzt wird er mit einem einzigen Bei-worte ausreichen, jetzt eines ausgemalten Gleichnisses, bald einerlängeren Beschreibung, bald einer ausführlichen Schilderung bedür-fe». Ist er echter Dichter, so kann man sicher seyn, daß er stetsdas seinem Zwecke Entsprechende gewählt, und jedes Mal auf dieoben angegebene Weise wird dargestellt haben. Einigen Unterschiedzwar verursacht hierin die besondere Natur der verschiedenen Dich»tnngSarteu; doch bezieht sich dieser mehr auf die Mittel als auf dieBehandlung. Da wir in der Folge, hauptsächlich unter den Arti-keln Darstellung, Einbildungskraft, Gegenstände derschönen Kunst, hinlänglich Gelegenheit haben» allem, was indem bisher Gesagten dunkel scheinen könnte, die nöthige Klarheit zugeben, so begnügen wir uns vor der Hand, die Anwendbarkeit nuran einer Klasse von Gegenständen, welche die Poesie zu charakterc-siren hak, zu zeigen. Zwei Gründe sind es, die uns bewegen, ebendiese Klasse herauszuheben, ein Mal, weil sie mit dem, was übetmenschliche Charaktere oben gesagt ist, in nähester Verbindung steht,uud dann, weil man vorzugsweise an sie zu denken pflegt, wenn vornCharakterisire« in Werke« her Possie die Rede ist, vielleicht darum,