Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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merfott zugegen blieben. Stand die Handlung hie und da stille, sosang der Chor Lieder, die mir dieser in Beziehung standen, und wel-che entweder den Affekt starken, oder die Empfindungen über denVorgang der Handlung ausdrucken sollten, ab; nahm wohl auch bis-weilen durch Bemerkungen gegen die handelnde» Personen, durchRath, durch Trost, auch wool durch Nermahnung oder Abralhung,au her Handlung selbst Theil; aber selten erschien er als Hauptper-son der Handlung, wie eS etwa der Fall beim Aeschylus ist. Ccstellte gemeiniglich entweder eine» Theil des Volks, ober die Leite- !sten aus dem Volke, bei welchem die Handlung vorging, wohl auchdie Räthe des Königs u. s. w. vor; und nie konnte der Edvr aus derTragödie wegbleibe», ja, dem ersten oben angeführten llrixruuge«ach, nicht einmal die Bühne verlassen. Anfangs waren es auch sehrviel, bisweilen auf zo Personen, welche den Chor ausmachten: doch !wurde diese Zahl in der Folge bis auf 15 beschränkt. Der Anführeroder Vorsteher eines solchen Chors nun hieß Coriphäus, derdenn auch da, wo jener Antheil an der Handlung nahm, im Namender übrigen sprach; bisweilen theilte sich auch der Chor in zweiTheile, wo sie denn abwechselnd saugen. Diese Abtheilungen von 'dem Chor, welche man, vielleicht nickt ganz richtig, Chöre zu nennen !pflegt, waren dann in Bewegung, und gingen von einer Seite desTheaters nach der andern, von welchen verschiedenen Bewegungenden» auch die verschiedenen Benennungen der einzelnen Lieder oderAbsätze herrührten, uämlich: Strophe, Anttstrophe und Epo- ,dos. Wie aber eigentlich die Musik, nach welcher dieser Chor ge-sungen wurde, beschaffen gewesen sey, darüber läßt sich. da alle Nach-richten darüber verloren gegangen, gar nichts bestimmtes sagen;jedoch lässt sich schließen, daß es vielmehr eine Arr Deklamation nacheinem bestimmten Maße gewesen, und daß überhaupt die Melodienderselben, wenn man sie so nennen darf, blos in Einklängen undOktaven bestanden habe, und sehr einfach gewesen sey. Sie wurdenauch von den Jnsttumenten, welches etwa einige Flöten waren, Lv»für Ton im Einklang begleitet. Mit dem Verfall der alten Tragödieist nachher der Chor in den Trauerspielen ebenfalls abgekommen,und nur erst die Trauerspieldichrer unserer Zeit, und Schiller alsder Erste,.(m. s. dessen Vorrede zur Braur von Messina), ha-ben wieder den Versuch gemacht, den Chor nach Art der Alten aufunsere Bühne zu bringen. Daß übrigens in unserer heutigen Musikder Chor einen vier - oder auch mehrstimmigen Gesang ausmacht,wobei jede Stimme mit einer Menge Sänger oder Sängerinnen be-setzl.ist, und das Gehör mit aller Pracht der Harmonie und Schön-heit der Melodie zu rühren weiß, ist hekannr. Diese Chöre, welche«un freilich wohl in hohem Grade von jenen der alte» Griechen sehtunterschieden seyn n-vgen, kommen in Oratorien sowohl, als inOpern, in. jenen noch mehr, vor, und drucken entweder freudigenAnruf, oder Verwunderung, Schmerz, Anbetung rc. einer ganzenMenge von Menschen aus, und sind, wie bekannt, von sehr großerWirkung, aber auch für den Composireur eine schwere Aufgabe.Welcher nur etwas Gebildete ist nicht von den in ihrer Art einzigenChören emes Handels, und Haydns schon im Innersten tief erschüt-tert worden? ' ' ,

Chore'graphie, die, die Kunst, vermittelst gewisser deichen

Sie Bewegungen der Lanzcr zu bezeichnen. j ^