Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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dern» die Untheilbarkeit derselben, das Pfälzische und Sächsische Vi-kariat, das den Kurfürsten ertheilte j»» äs »on s^psllaiiilc, (s. dies.Art.) und das Ceremonie! der Wahl und Krönung festsetzte, auch dieAushebung des Faustrechts gebot. Auch schlugen neue Funke» fürDeutschlands wissenschaftliche Kultur und Geistesfrerbeit, denn dieUniversität Prag ward gestiftet, und Wiccliff (s. diel. Art.) e-lwbseine Stimme gegen die päpstliche Hierarchie. Doch der Deutschenursprünglich eingepflanzte Begierde, mir Arm und Schwert sirb Rechtzu schaffen und erfahrne Beleidigung auf der Stelle, ohne der Rechrs-gelehrtcn weise Sprüche, selbst zu rächen, behielt noch lange dieOberhand, und unter Wenzel, Carls unähnlich m Sohn, lareinRegimente, erhob das Faustrecht aufs neue sein Haupt, und mehr wieje. Drei Gegenkönige, Ruprecht vo der Pfalz. Sigiomund (seineigner Bruder) und Jobst von Mähre-, wurden Wenzeln gegenübergestellt. Sig ismuu d blieb Kouig nach Wenzel» Tod. Der Zeit-raum seiner Regierung umfaßt das Koncilium zu Cvstnitz, den Pro-zeß und die Hinrichtung des edeln Huß (s dies. Art.), der i»Deutschland in Wiccliffs Fußtapfen trat, und der Ausbruch des Hus-sitenkriegs (s. dies. Art.) in Böhmen, Meißen, Franken und Baiern.Mit dem großen Plane schwanger, dem Fanstnchte mit EinemSchlage ein Ende zu machen und eine bestimmte Territorial-Ein-theiluug des Reichs in sechs Kreisen einzusribren, starb sein Nachfol-ger, Albrecht ls. von Oestreich, zu früh für Aller Hoffnungenund Wünsche. Noch wichtiger sollte Friedrichs III. Reg.eruugwerden, zwar nicht durch ihn, den schwachen, kurzsichtigen Mann;aber durch das Erheben der Wissenschaften, durch Etittnng mehrererUniversitäten, durch die Entdeckung Amerika's erhielt ganz Europa,und mit ihm Deutschland, frische Kräfte und neue Tendenzen. 3 "so größerem Widersprüche stand hiermit das noch immerfort hausendeFaustrecht, und die Willkühr der Großen, die sich zum Beispiel indem mächtigen Bunde der Schwäbischen Städte anssprach, wennauch der Drang der Umstände ihn rechtfertigen mochte. Mehr alsje that es Noth, daß ein Fürst von Muth, Kraft und Jnrell genjDenftchlands Thron bestieg. Er ward gefunden in Friedrichs Sohn,Marimilian t. Den vorherrschenden dringenden Wunsch allerStände, besonders der arg bedrückten Städte, ewige Vernich-tung des Faustrechrs, erfüllte er durch die Errichtung desewigen Landfriedens (s. d. Art. Laudfried.), zugleich wardein Kamm ergericdt organisirt und eineKammeraeri»tsord-uung publicirr, ein Reich sregiment und Reichs hofratd kon-stituirt, und Deutschland erst in ü Kreise, nämlich: den Baicrschen,Schwäbischen, Fränkischen, Oberrhci» scheu, Niederrh inücheu, West-phälischen und Niedersächsischen eingetheilt, wozu in der Folge noch derOestreichische und Burgundiswe, der Kurrheinische und Ob.rsächsischeKreis kamen, so daß ihre Anzahl auf 10 stieg. Den Glanz der Kronevermehrte Mar'Milian, indem er zue> st de» Titel erwählter Römi-scher Kaiser annahm. >a! er hatte sogar den Gedanken, den päpst-lichen Stuhl zu besteigen; nur der Kardinäle schnelle Wahl nach Ju-lius U- Tode verhindert' ihn daran. Das Iustizwesen erhieltbestimmtere Formen und neuen Gang durcv die orgamsirien Hokgc-richtc und Kreistage; eine Pölizeivervrdnung ward ein-geführt und das P ostivcfcn (1516) eingerichtet. Das Kriegs-wesen erhielt eine neue -Organis tion, die Truppen wurden inFähnlein und Regimenter eingetheilt, höhere militärische Würden