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man bis jetzt noch rein auf Pergament oder Aegvptisches Papier ge-schriebenes Diploin bat auffinden können, welches über das fünf-te Jahlmudert nach Et'ristus hinansreickte, so bat man dieß auchfür den Zeitpunkt genommen, mit welchem die Diplomatlk beginne.
Man dörr daher höchstens von einer älteren und neueren Diplomatiksprechen: und wenn mmi jener nud dieser genauer nachfragt, so setzen ,sie einander so »nütz stich, daß man kaum begreift, wie man so verschie-dene Dinge mit einem und demselben Name» bade bezeichne» kön-nen. linker der älteren Diplomarik verstand man die Wissenschaftoder Fertigkeit, die Schrift alter Urkunden und Bücher zn lesen,und nach dieser Schrift und andern Eigenschaften über iftr wahresÄlter urtheilen st» können: unter der »eueren hingegen die Wisse»'schaft, össntlichc Geschäfte, welche mit der Feder'geführt werde»müssen, mit. Ge.schicklichkeit zu betreiben. Die ältere Diplomatlkscheint demnach bloß dem Gelehrten/ die neuere dem Staate- n»bGeschäftsmann anzugehören. Jenem beißt diplomatisch, waü sichant alle Schrift,, diesem, was sich auf die Verhandlung der vok-nenmsien Geschäfte im Staate, oder wenigstens eines Theils derlei- >bcn bezieht. So fand zwischen dem, was man Diplomarik auf Uni-versitäten nannte, und dem, was dem Staatsmann so hieß, kam»eine andere ölelmljchkeir Statt, als daß in beiden alles mir der Fe-der ausgemacht wurde. Und in der Tbat trennte man beide gänz-lich von einander, bielt die ältere Diplomatik für einen T»ei! dekAliiiauirärc», die neuere die man wohl auch Diplomatie nannte) ft>keinen Zweig der Staatswissenschaften, die mit jener eiaenrlich nicistsKemein bade, und erklärte am Ende geradezu , nur die ältere.seo dierigenrljche Diplomarik, Dieses Verfahren hat unstreitig seine»Grund in der Entstehung der Diplomarik , deren erste wissenschaft-liche Begründung, durch Deutsche Territorialprozesse veranlaßt, l»die erste Hälfte des >?. Jahi Hunderts fällt. Unter die Ersten, diir«welche wenigstens die Wichtigkeit einer solchen Wissenschaft fülstbä*wurde, geboren Zollesius, Venj. Leubcr und Hermann Conti»?-,Während der Streitigkeiten, an denen diese und Andere Antheilnahmen, entstand der erste, freilich nur noch rode, Versuch einerDiplomatik, deren Erfinder der Antwcrpische Jesuit P. Dan. Pape-droch war (167; t. Er, nebst P. Gfr. Henschen, die mit Bestand a»den cz.c-.li, Ssncio^»,» arbeiteken, weskalb sie Bollandisten genanntwerden, bildete Regeln zur Benrtbeilung der Diplome. Vielleichtweil sie zu strenge waren, heschuldiqte man ihn der Absicht, er da»-die Benebictiner und Earmeliter in den vornebmsten Stützen ihrerGuter untergraben wollen. Ungeachtet nun dieß schwerlich feine öft'-sichr gewesen, so wurde doch ei» Benedictiner dadurch veranlaßt, dieDlviomalik genauer zu erforschen, und es erschien das erste ausführ-liche und tiefer begründerc Werk von Job. Mabillon: 6, r« «lipAviuie» I'bii VI, >68l. (Suppl. 1704). In asten Landen gewann dlbneue Wissenschaft, vbschon es ikr vjchr an Anfechter» fehlte, durch i?»imm r metzr Freunde. Unter allen Werken aber, die darüber erschre-»pn, zeichnete sich vorzüglich das Ollrpnicon Ooltvoioensoaus, worin die Lehre von den innern und äußern Kennzeichen de»Diplome zuerst eingeführt wurde. Nach diesem erschienen niedresEompendte», und endlich das große Hauptwerk für diese WiffenscM-von Toustain und Tassin, zweien OrdcnSbrüdern Mabistons, lwr^Ionve«l> ftft-ue li, ,Ijj,IaniLii<zuo. sü Bde. 4. Mit ic>0 Klihl'L175^-1765; fihers. von Adklüvg (Elf. I?6z. y Bde. 4.), währe»"