Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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Ein

entsprechend, «nb dann wirkt sie in unbestimmter Zweckmäßig»kett. Jiii ersteren Fall ist sie durch den bestimmten Zweck gebunden,Im zweiten Ist ibr-Wirken frei, ohne darum doch rege! - und gesetz-los zu seyn. Da« allgemeine Gesetz der Zweckmäßigkeit setzt chtekWillkühr Gränzen» innerhalb deren sie ihr Spiel mit Freibeik trei-ben . die sie aber nicht überschreiten darf. Da« Princip der Zweck-mäßigkeit ist also da« Gesetz der Einbildungskraft, und unstreitig ei-ner der wichtigsten Puncte, die Hier in Betrachtung kommen,.""auf ihm da« ganze Gebäude der Aesthetik beruht, in deren Geistsjene« Gesetz das erste und oberste 'ist. Die fr> ie und doch zweckmäßigThätigkeit der Einbildungskraft begründet allein die Möglichkeit ei-ner schönen Kunst. Nach jener doppelten Wirksamkeit der Einbmdungskraft kann man eine zwiefache Sphäre derselben unterscheide"-eine niedere, prosaische, und eine höhere poetische. Ihre erste »»'?nächste Bestimmung ist nämlich, das Denk- und Bild-GeschäftVerstandes für die mannigfaltigen Bedürfnisse und Zwecke des Lebe""und des ErkenNtnißtriebes zu besorgen; hier ist sie stet« durch .be-stimmte Zwecke gebunden: ihre zweite aber, durch ihre frei"-Ledvch zweckmäßige, Thätigkeit das Gemüth in seinen gesaumEVermögen harmonisch zu beleben, vermöge ihrer schöpferischen AkEdurch ideale, über gemeine Wirklichkeit erhabene, Dichtungen und Ge-bild!, den Geist über die Beschränkungen des Daseyns zu erbebe"-und dadurch das Daseyn selbst zu verschönern. Voll des Gefühls ".st.ser wohlkhäligen Wirksamkeit sein er, Göttin, ruft daher derrer aus:

Alke die andernArmen GeschlechterDer kinderreichenLebendigen ErdeWandeln und weide«

In dunkeln, GenußUnd trüben SchmerzenDes augenblickliche»Beschränkten Lebens,Gebeugt vom JocheDer Rothdurst.

Laßt uns alleDen Vater preisen!

Der solch eine schoneUnvermelkliche GattinDem sterblichen Mensche»Gesellen mögen!

Denn uns alleinHat er sie verbundenM t Himmelsband,

Und ihr geboten,

In Freud' und ElendAls treue Gattin

Richt zu entweichen. ,,

Man kann nichts schöner und wahrer über die Einbildungskt"^in ihrer poetischen Sphäre sagen, als was hier Nöthe gesagt b""-Zu groß, um übersehen, zu weit, um völlig gefaßt, zu reich,erschöpft zu werden; mannigfaltig genug, um allen Abänderungender Lage, des Alters, jedem Bedürfnisse gleichgestimmte Bister st"eine eigne Beziehung »u geben; geschickt, jedem Ton der Seele e>"so volle Harmonie zurückzugeben, daß vom Helden bis zum Liebhave»jeder glauben sollte, st wäre'bloß für seinen Zustand geschaffen»groß mit dem Einen, sanft mit dem Andern, überall bereit, ftvcsnWunsch und jeder Sehnsucht Erfüllung zu geben, sich in jede Farozu kleiden, ist sie auch oach Gram und Leiden die sanfte unbUA,Gefährtin unsrer Klagen. Ihre Bilder sind es, die uns in Freu»und Unglück beherrschen; Hoffnung und Furcht wird uns durcv ierregt. Das ganze Geheimniß von der hoben Wirksamkeit aller stvonKunst beruht darin, daß die Einbildungskraft durch die Einbildungkraft schöpferisch gemacht wird. ES versteht sich, daß die- selbst "