Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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Elegie zu unterscheiden; denn wie Gedichte im elegischen Svlbcn-waß nicht nothwendig bloß den Ausdruck des Schmerzes darstellen,so ist die Elegie nicht norbwendig an jenes Svlbcnmaß gebunden.Da nun aber einmal Gedichte uu elegischem Snlbenmaß auch den

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ch unter naiver und sentimentaler Elegie muerschciden.

Klasse kann man die Elegieen rechnen, die durch das elegi--s^uiaß diesen Namen erhalten haben; diese begreift die eigcnt-Elegie. Durch Vereinigung der Besonnenheit mit Innigkeit:^^emuibsregung sind beide Klassen einander verwandt; derCbarak-d I eigentlichen Elegie isi: besonnene Anschauung auf eine leiden-de Gemulhöstimmung zurückgewandt. Besonnene Anschauung;ii,n wilder, ungehemmter Erguß des erste» Schmerzes.»everiianPt auch nicht bloßer Erguß des Schmerzes, sondern D ar-l,s/lnng desselben, die nur möglich ist, wenn wir ibn aus einermildernden Ferne betrachten, an dieser Betrachtung selbst aber ein^ttgnngen finden. Das Herz nährt mit Hingebung einen Schmerz,aus welchem ihm ein ganz eigener, bittersüßer Genuß entspringt, die7»onue in Wehmurd. Der Ton der Elegie ergibt sich hieraus vonjftbst. Da die Bestimmung der 1 ebenen Kunst, das menschliche Da-tevn zu verschönern, nicht zu untergraben, in der Elegie verfehlt seynMde, wenn die Darstellung deS Leidens in ein Gesühl des Leidensb, ä überginge; so sieht man wohl, warum die Elegie den Ans-rnck gemäßigter Empfindung federt. Saufte, wehmüthige Klageam Verlornes Glück, getrennte Liebe, verstorbene Geliebte undunde, um Sittenunschuld hingeschwundener Jahrhunderte, schwär--me Erinnerung genossener, innige Sehnsucht nach dem BesitzH uwnchtcr Güter, sind die Gegenstände dieser Elegie, die wir bekj" feuere» in dem Grade vorzüglicher finden als bei den.Alten,G-k'?, u»d die Ausbildung der Sentimentalität ein tieferesch, ""d eine gewisse Geistigkeit zur Folge gehabt hat. So ver->'leven übrigens der Anlaß znr Trauer und die Empsindungsart derg, ?"rrnden ist, so verschieden muß auch der Ton der Elegie seyn.Anders klagt das Mädchen, das seine Blumen im Haar an den Todrinnen,, anders ein geflüchteter Bürger aus einer verheerten Stadt,sein" er, neben seinem Weibe, zwischen unmündige» Kindern, - bald«'"lediges Strohdach, bald die Asche der ehemaligen Wohnung an-zes - '^"ch unter ähnlichen Umständen ist der Ausdruck des Schmer-si^"lchc einerlei, wen» die Ebaraktcre der Klagenden vcrschiedeirich,'» aller dieser Verschiedenheit wird jedoch in dem Wesent-Dei-e. "tchts verändert. Ein Deutscher Dichter, der die Elegie irrlon vor sich stechn sah, sagt von ihr:

Di„, ckhr Auge war verweint, doch auch verweint noch schon,der n?! A^e muß sie nie zu gleichen aufhören. Oder will man lic-sinni^E rw" Äacobi? „Sollt'ich," sagt er, „der Elegie einhaben - dlld geben, so würd' ich dieselbe nicht, wie Viele gethanter lange» Lrauerkleidern, mit zerstreutem Haar und bedcck-rubia «!" "der einem Sarge winseln lassen; ich würde sie als eineUnd qM'de Nymphe, das Gesicht in die Hand gelegt, voll Rührungzxx.-/, chdenken vorstellen. In ihren nachlässige» Locken hinge ein'»"ter Kranz, aus ihrem Sch»ß halte sie einen welke» Blmnen-

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