Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
Seite
396
JPEG-Download
 

396

Eli

noch sein Unglück," Als Ludwig an die Gränze »eiste, begleitete iß«Elisabeth, und wurde von Varennes mit ihm zurückgebracht; sie males,Me an seiner Seite ein Wüthender am-20. Juni i?y2 für dieKönigin ansah und schrie: „seht da die Oestreichs««! zum Tode >»>»ihr!" Als hieraus ein Gardeoffizier eilte, sie zu nennen und, stren Irrthum aufzuklären, sprach sie: „v warum läßt man sie nistin der Meinung, ich sey die Königin; es würde dann vielleicht nurein größeres Verbrechen vermieden werden." Am w. August war st»durch nichts, selbst nicht durch des Königs Bitten, zu bewegen, dasSchloß zu verlassen; sie folgte ihm in die Versammlung. Da ckjstterte sie vor dem Waffenlarme, vor dem entsetzlichen Geschrei dststerbenden Schweizer — da vernahm sie die Thronentsetzung ihrstBruders, da war sie zwei Tage lang Zeugin, wie man über dckWahl des sichersten Kerkers für die königliche Familie und sie seistberathschlagte. Sie ward mit in den Tempel gebracht. Hier, stdiesem verhängnisvollen Aufenthalte vergaß sie ganz sich selbst, ustnur für Andere zu leben. War sie am Hose die Bescheidenheit mstdie Güte selbst gewesen, so war sie hier die personiflcirte Geduld unsResignation. Als Ludwig, als Marie-Antvinctte schon längst gest'fett waren, da führte man endlich auch Elisabeth vor das SchrMkenSgcricht. Am y. Mai 1794 um sieben Uhr des Abends war ekals man sie aus dem Tempel in die Conciergerie brachte, sie wastsogleich bei verschlossenen Thüren durch Deliege, den Vieeprästdstteil-,des Rcvolutionstribunals, verhört. Am andern Morgen erfüllstsie wieder vordem Tribunale, und antwortete, als sie nach ihrs?Namen und Rang gefragt wurde, mit Adel und Würde:heiße Elisabeth von Frankreich und bin die Ta«veuers Königs!" Diese muthige Antwort, ausgesprochen in.A,,cm Augenblicke, wo sie, ohne Beistand, nur von blutdürstigen Mstlern umgeben war, sehte diese in Erstaunen und unterbrach aus einstAugenblick das Verhör. Man hatte mit ihr zugleich noch 24 «»bestSchlachtopfer verurtheilt; war aber grausam genug, sie erst »stZeugin von der Hinrichtung aller dieser UnglückSgesährten sey" stlassen, ehe man ihr eigenes Daseyn endete. Mit Ruhe und EEbung gab sie ihr schönes Leben hin. Nicht Eine Klage gegen ststRichter und Henker entfloh ihren Lippen. Ohne eine vollkoinmestSchönheit zu seyn, war Elisabeths Anblick einnehmend und lebIM'ihr Haar war kastanienbraun; ihr blaues Auge hatte einen rührenst'Anfing von Schwermuth; ein niedlicher Mund, schöne Zähne >>"ei» blendend weißer Leint machten sie reizend. Immer bcscheste.'und fast furchtsam in den Umgebungen prachtvoller Größe, mustUim Ungemach, immer tugendhaft ohne auch nur Einen Flecken: >war sie, die aus dem Alrare des schrecklichsten Dämons geopss!wurde. DoL: „der stille Gott taucht ihre Fackel nieder undErscheinung flieht!" . . . . „

Elisabeth <Chnstlue), Gemahlin Königs FriedrichPreußen, des Einzrgen, Großen, geborne Prinzessin von Brauschweig-Wolfenbüttel; geb. den 8 . Nov. 1715 zu Braunschweevermählt am 12. Juni 1733 zu Salzdahien, gest. den 13. ,

I7S7- Ihr herrlicher Charakter, ihre Tugenden, ihr gebildeter ^stand haben dieser Fürstin die allgemeine Achtung erworben, une 2verdient mehr gekannt zu seyn. Gezwungen zn ihrer Wabl, ^- „rviedrick bis IN seines Staters Lade s 1sich entfernt von ihr y

il

8

T

ti

te

»r

«b

ra

Ai

ü>i

8 -,

ktt

Friedrich bis zu seines Vaters T»de (1740) sich entfernt you