Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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397
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aber dieß war mehr Folge des unseligen Zwiespalts zwischenand seinem Vater, und er gab, als er den Thron bestieg, dieunzweideutigste» Beweise, wie sehr er die ausgezeichneten Eigenschaft^ winer Gemahlin rerehre. Damals schrieb er an sie: „ das ganze2 ,a>sreich weiß, wie ich Sie zum Altare geführt habe, Madame!

auem aber wissen, wie ich seitdem mit Ihnen gelebt habe. Diesejverrachtnngxn mochten Sie vielleicht besorgen lassen, daß heute, womeiner Handlungen geworden bin, ich den Verpflichtungen,nur gezwungen eingegangen bin und nie erfüllt i-abe, ent-möchte. Aber, Madame! Ihre Geduld, Ihre Zärtlichkeit,U °ähre liebenswürdigen Eigenschaften und Tugenden haben mirlangst nie Augen geöffnet — aber es ist, ich weiß nicht was in^,mem Charakter, das mich abgehalten hat, dieß Geständniß eher«u rogn, als in dem Augenblick, wo es vor Ihren und aller Welt77 ,,^" offen daliegt, daß dieß Geständniß aus meiner eigenen Ueber-el» Ä hießt. Dieser Augenblick ist gekommen, und ich lade Sies"'Madame, einen Thron mit mir zu theilen, den zu besitzen Sie' werth sind!" Sie ward von ihrem Gemahle am l. Juni nachSebracht und von ihm seinem Hofe mit den Worten vorge-bam» " Ihre Königin!" Er schenkte ihr das Schloß Schön-', wo s,e den Sommer zubrachte. Schon sterbend gab er ihrferner Verehrung. Er verordnete in seinem Testamenteiv ^5 >??o Thlr. jährlicher Pension, noch eine jährliche Rente vonLplr.; „denn sie hat," sprach er, „ während meiner ganzendie mindeste Veranlassung zum Mißvergnügen'hoc unerschütterliche Tugend verdient Ehrfurcht undteil ' Leben war eine ununterbrochene Kette von Wohlthä-te' jährlich 24,cxx> Thaler, die Hälfte ihrer Reve-

ü„ ".Hs Almosen und Pensionen für dürftige Familien bestimmt.

ergriff es sie, welche die ersten 7 Jahre ihrer Ehe so trübeihr?« als sie am 12. Juni ,78z, drei Jahre vor dem Tode

, ."Gemahls, das für Souverains so feltene Glück genoß, ihre»ea^ne Hochzeit zu feiern. Sie tl,eilte das Interesse, Ivel-selk^bdrich an den Wissenschaften fand, in hohem Grade, und warKr»« Schriftstellerin. Mhrere Deutsche Schriften übersetzte sie inS>.l« solche und schrieb in letzterer Sprache selbst folgende Werke:i>,s." ^8° ekvollltion. koviin, 1779. lVIetliksrion ä l'oeo»»ior, äup-H""vll«msnr clv l'«riNL» »ur 1v» aoii», ono la xroviä«l«!s »l«, - o» livmaiii» oro. lisrlm, 1777. in 8. ltäüsxron» siour tousüe» üs l» »vo>«ino. LsrI. 1777. in 8. lsteüexivn» sur I'olLt

ti^b, siubllguvs on 1778» -eckresses» aux pCWonns»

tenns 1778. in 8." Tiefes Gefühl und ei» Heller Blick charak-

«liren diese Werke.

Dos>l-^ sa beth (Petrvwng), Kaiserin von Rußland. Sie war diePeters des Großen, geb. am 2y. Decemb. i?w, gestorben-ö»«. s?ü2 im zi. Jaiire ihres Alters und im 21. ihrer Re-ig Sie bestieg den Thron durch jene Revolution der GardenKaisei-oHE.vom 24 — 2z. Novemb. 1741, bei welcher der jungeund dessen Aeltern im Bette arretirt und mit dem»Rrde>, Hermann und General Münnich nach Sibirien geführtSc„u- n,^Msabeths Leibarzt, L'Estvcq (ft dies. Art.), hatte die*ss>strr-,<» Begebenheit geleitet. Sie hatte auf Hymens

^ Baude perzichttt, nachdem der Herzog von Holstein-Gottorp