Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
Seite
555
JPEG-Download
 

Faü 555

ist auch bei Kling« alles greller und düstrer, bei Göthe milderund zarter gehalten. Allein genug, denn über diesen Gegenstandwuß man entweder Viel sagen oder Nichts. Darum nur noch dieBemerkung, daß bei Klinger sich die Sagen von beiden Faustenvermische», Nöthe sich bloß an die von Faust dem Zauberer gehal-tn hat> Nach Görhe's und Klingcr's verdienen die Bcarbeitun-An dieses Stoffes von Schink, Schreiber und dem sogenannten-Maler Müller genannt zu werden; die letztere ist die rohäste.

Fau st ina. Zwei Römische Kaiserinnen suhlten diesen Na-V'ku: die Gemahlin des AntvninnS Pins, und dessen Tochter,selche nachher an den Kaiser Marcus Anrelius Antvninusverheiralhct wurde. Die Geschichtschreiber der damaligen Zeit ba-ven die schönen Beschreibungen, welche sie von dem glücklichen Zu-stande deö Reichs unter der Regierung dieser Antonine machen, mit"Serltchen Anekdoten von ihre» Gemahlinnen befleckt. Aber zur^bre der jünger» Fan sei na, welche diese Flecken am meisten trcf-darf man nicht verhehlen, 'daß ihr eigner Gemahl, Marcus?«.relius, der sich durch seinen trefflichen Charakter und durch sein?.-""gung zur Philosophie den Beinamen eines Philosophen erwarb,Uker Tugend volle Gerechtigkeit wiederfahren ließ und ihr, in denAktrachtungcn über sich selbst, das Lob einer musterhaftenGattin beilegte. In unsern Tagen hat Wicland versucht, sie von^"Schmähungen der xlauderhaften Geschichtschreiber der Römischenüatsergeschjchtc zu retten.

,'^Faustrccht. I» dem Artikel „Deutschland" haben wir schonu«? «austrccht. Gvttesfricden, Landfrieden gesprochen,">lk liefern letzt bloß Etwas zur Ergänzung jener in die vater-»nvtsche Geschichte verwebten Notizen, wenn wir noch ein Mald-n - )Usückkommen. Dort haben wir erfahren, wie schwer es selbst»""ästigsten Kaisern des Deutschen Reichs geworden ist, dasstacht, das seine erste Entstehung gleichsam mit Errichtung der?.?""erfassung erhielt, abzuschaffen oder doch zn mildern. SeinSchattn verschwand erst im 16. Jahrhundert, wo es noch»Mal in den berühmten Grumbachischcn Händeln (m. s. den Art.

ausleben wollte. Die Burgen, deren Erbauung Kai-dur^u^w^ dxx Deutsche den größer» Vasallen erlaubte, um da-Men ^"^cblands Gränze gegen die Einfälle der Sorben, Böh-n»? Lbotrilen zu schützen, vermehrten sich bald so sehr, daßfährli!^ " Gewaltthätigkeiten der Vasallen, selbst den Kaisern qe-Dawn? '""kdcn. Doch der damalige Zeitgeist war ein zu starkeriu den kaiserlichen Willen, denn die Vasallen wußten nur

übt,«» ^ 6s die Mittel für die Zwecke des Tlwones waren, undMit,? 5 "der eine Willkühr der Selbsthülfe u»ter einander, welche»«na, !?. Manien Faustrecht sechs Jahrhunderte lang alle Ord-tvied,» ^vrre, und jeden zuweilen schon halb gelungenen Versuchvichk,» ^rmchkete. Da« Schwert war bald der alleinige Schieds-öur»'n--"nd war um so schwerer zu verbannen, ?ls ihmkal,i> » der Gotkcsurtbel (Ordalieu) ") eine gewisse Hei»

sich /,,, verlieben worden war. Die Bekämpfung der Edeln untertional,,^ ?bl»c überhaupt durch den damaligen kriegerischen Na-«tgnft der Deutschen beständig Nahrung erhielt, hje Mangel«

seh« he» Art. Vottesurthrl.