Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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melung in einer Parochie beendigt, so gab der Bischof die heiligeBeuodiction. Diese Firmung (Confirmatiou) geschieht nur ein Mal»und die dabei üblichen Ceremonien sind folgende: Der Bischof zeicheuel den zu Firmelnden, einem nach dem andern, im Namen Gottesdes 'Bakers u. s. w. ein Kreuz mit geweihtem Oel auf die Stirn»legt ihm die Hand aufs Haupt und gibt ihm einen leichten Lacken»streich. Das Zeichen des Kreuzes macht den Fikweung zu einemStreiter Christi, das Handaufh».» o.rsichert lbn des Schutzes derKirche, der Backenstreich aber soll ihn erinnern, daß er selbst Wider»«ärtigkejtea und Verfolgungen für die Religion ertrage» müsse.

Firn vorjährig, ein Jahr alt; auch überhaupt alt, z. V. Firne»wein. I» der Schweiz nennt man firn den vorjährigen und alten,zu Eis gefrornen Schnee.

Fiscat, b-r, heißt eigentlich eine öffentliche Person, welche üb:!die Gerechtsame des Fiscus (der landesherrlichen Einkünfte) wa-chen muß; daher Kammer-, Hof-Fiscal v. s. w> Ein pein lt»eher heißt derjenige, welcher Einen wegen eines Verbrechens, imNamen des Fürsten ober der Obrigkeit, auf Leben und Tod an»klagt. Dann nennt man auch überhaupt jeden, welcher die Kasseeiner Privatgesellschaft zu vertreten und zu berechnen hat, eine»Aiscal.

Kischart (Johann), genannt Meutzer, war nach Einige«, d>eseinen Beinamen daher erklären, aus Mainz, nach Andern au»Strasburg, Doktor der Rechte und Reichskammeradvokar, um da»Jahr 1586 Amtmann zu Forbach bei Saarbrück, und starb noch vorizyl. So unbekannt seine Lebensumstäude sind, so dunkel ist »o«manches in Hinsicht auf seine Schriften, die meist satprlschen 2 »'Halts, theils in Prosa, theils in Versen, theils aus beiden gewischt»«nd fast sämmtlich mit den sonderbarsten Titeln versehen sind. AI»Satyriker ist er unstreitig der zügelloseste seines und vielleicht allerJahrhunderte, unerschöpflich au drolligen, launigen, witzigen, lEselten zugleich zweideutigen und schmutzigen Einfällen, auf das ge-naueste bekannt mit den Thorheiten seines Zeitalters, und nie ungc»«iß über den Ton, in welchem sie bald verlacht und ausgeböbm,bald wieder gegeißelt werden müssen. Die Deutsche Sprache bebau»dclt er mit angemessener Freiheit, schafft sich Wörter und Wendu«gen, ohne die Analogie im geringsten zu berücksichten, zeigt ab»auch in ten wtllkührlichsten Sprachformen seine Gelehrsamkeit »n»seinen Witz.Ejm starkkomischen und burlesken Ausdruck ist er ""»«bertreffbar, und selbst aus den schalkhaftesten Crgießungen seine»fruchtbaren Genies leuchtet überall eine natürliche Heiterkeit nn»treuherzige Redlichkeit hervor. Er erscheint vor seinen Schritte"unter vielfach verstellten Namen. Seine bekanntesten Arbeite« !>»"eine freie Bearbeitung des Gargaukua von Rabelais, das gluckstA»Schiff von Zürich u. a. Der ausführliche Titel des erster» mag vw»einen Platz finden; er kautet folgendermaßen: Affentheutlichpsngeheurliche Geschichtkliticruug, Von Thaten und Nahte« vonkurtzeu langen weilen vollem beschielten Helden und Herre» Gvanogusier, Gargautiia und Penkagruel, Königen in Utopien, 2 ,edeive>und Nienenreich, Soldan der Neuen Kanuarieu und Oudpffensein, auch Gtvßfürsten in Nudel Nidel Nebelland. Erbvogl auffchtlburg und Niederherren zu Nullibingen, Nulleustein und diirgenheym. Etwau von all. Franz Rabelais französisch eotworstn, " ^aber üderschrrckllch lustig lnn eine» teutschen Model vergossen, "