Äff
welche im Anschaun bestehe», sind: die Bewunderung und das La-chen, für den Verstand; die Freude, das ruhige Sclbstgefalle»,die moralische Sympathie, die Verehrung, die Liebe, alles an-genehme, die Verachtung, die Scham (deren Ursache bloß Herab-würdigung im Urtheil ist, statt daß die folgende» ein wirkliches Uebelzum Gegenstand haben), die Furcht, das Aergerniß oder der Unwille«der eine empfangene Beleidigung, der Verdruß, welcher, sob'aldman ein moralisches Wesen als Ursache s-ines unglücklichen Anstatt-des erkennt, Haß wird, ohne jcvoch das Äeberdenspiel wesentlich zuverändern, (welche drei Affekten im Grunde stumme, vielleicht auchnur dunkel empfundene Begierden, entweder anzugreifen oder sichloszureißen sind) die Schwermut!;, das Leiden, insgesammt un-angenehme Leidenschaften des Herzens. Die zweiteGaicuuq der Affecten, oder die eigentlichen Begierden, sind doppel-ter Art; die eine sucht Vereinigung mit einem Gute, die an-dere dagegen Trennung von einem Uebel. »Die letztere ist wieder.zweifach; wir suchen entweder uns oder das Uebel zu entfernen.Dem zu Folge lassen sich folgende drei Arte» von Begierde» fest-setzen : die Genußbegierde, welcher man nach ihren verschiedenenGegenständen verschiedene Namen geben kann; eie Rettnngsbe-gierde, weiche sich bei der Furcht und dem Schrecken äußert, ohnejedoch als der einzige Bestandtheil dieser Leidenschaften angesehenweiden zu können, und die Begierde nach Wegräumung,welche sich stets unter der Gestalt des Zorns zeigt. Dem Sprach-gebrauche zu Folge scheinen zwar noch viele andere Affecten unterdie einfache» zu geboren; sie,sind dies aber bloß dem Namen nach,da sie bloß aus Mischungen von jenen bestehen. Hierher gehört dieHoffnung, das Mitleid, der Argwohn, der Neid, die Schadenfreude,die Gnade.
Ahnung, auch Anzeichen. Das Vorgefühl eines künftigenEreignisses, welches sich oft in »»erklärlichen Erscheinungen, nament-lich bei Ererbenden und ihnen nahe» Personen äußert und den un-sichtbaren Rapport des Geisierreichs mit der Körperwelt bewährt-Umsonst vernünftelt man, daß >ede eintreffende Ahnung nichts alseine unter Millionen Fehlgriffen sich ereignender Anfall sey, den»mau wird nicht leicht eine Familie finden, in deren Chronik keineAhnung vorkäme. Ohne zu abergläubische» Schwächlingen oder über-spannten Schwärmern zn gehören, mag man in den Ahnungen eineüber die natürlichen Bedingungen der Zeit und des Raumes lst>^ausgehende Krastänßening des menschlichen Geistes finden. O»möchte man zur Erklärung einen k»-nil>»ri» annehme»,
oft glauben, dass Schutzgeister wahlverwandrer Individuen einenwechselseitigen geistigen Kontact veroffenbare», am Ende aber dnrwalles Forschen und Grübeln zu keinem andern Resultate kommen,als daß Ahnungen eine Sache der Erfahrung und des Glaube»»sind, und daß, um überzeugend darüber reflekticen zu könne», um»in jedem vorkommenden Falle für klaren juridischen Beweis ecrThatsache sargen müsse. Philosophische und historische Behandlungdieses Gegenstandes findet man in Dcdekind „Ueber Ahnun-gen," und in Schuberts Ansichten von der Nachtseite der Narnr-wissenschaft, S. zZz ff.
Albrechrsberger (Johann Georg), geb. zn Kloster Nenbui',trat den L. Fcbr. in einem Alter von 7 Jahren als Diskant»»