Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
Seite
XVI
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Als

lichen und geistreichen Dichter einen ungleich größeren Menschenvor Augen stellt. Von reichen und vornehme» Netter» am » 7 -ftauuar 174Y zu Asti in Piemont gebore», genoß Alfieri in den»Elterlichen Hause eine nachlässige und fehlerhafte Erziehung, wiesie damals unter den höheren Standen gewöhnlich war, und welcheden Geist eben so unwissend als das Herz unausgebildet ließ. Sel-nein Oheim, der ihm nach des Vaters Tode zum Vormund gege-ben worden, entging diese Vernachlässigung nicht, und er glaubtebesser für ihn zu sorgen, wenn er ihn auf der Turiner Akademieerziehen und unterrichten ließ. Allein wie wenig diese Absicht an«hier erreicht werden mußte, erkennen wir aus dem Bilde, welches jAlfieri selbst von dieser höchst mangelhaft und unzweckmäßig einge- >richteten Anstalt entwirft. Er verließ sie fast eben so unwissendund ungebildet, als er bincingekreten war, nm bei einem Provin- !zialregimeut angestellt zu werden, das jährlich nur auf wenige Täg-lich versammelte. Eine unbestimmte Begierde, 'fremde Länder istsehen, ließ ihn Italien, Frankreich, England und Holland durchrei-sen, und kaum war er zurückgekehrt, als sei» unruhiger Geist, dieEinförmigkeit des begonnenen Studiums der Philosophie verab-scheuend , ihn zu neuen Reisen trieb. Er durchfiog fast alle Lände»Enropa's, ohne irgendwo Befriedigung für die unbestimmten unounentwickelten Begierden seiues Herzens zu finden. Aber so eittAtig uud unwissend er auch diese Reisen gemacht hatte, so waren l«ihm doch nicht unnütz gewesen. Sein anqcborner Freiheitssinn bau.sich bei dem Anblick so verschiedener Tyranneien mir vielerstimmtheit entwickelt, der trüglichc Schein irdischer Majestät kotz»»seinen gesunden Blick nicht mehr verblenden, und obgleich erdie Wahl seiner künftigen Laufbahn noch unentschlossen wak/ >erschien ihm doch der Militalrdienst als eine unerträgliche und l«würdige Sklaverei, von der er sich befreite. Während er so ''Untätigkeit hinlebte, stürzte ihn die Liebe in einen furchtbar-,Zwiespalt mit sich selbst; lange kämpfte sein Verstand, derLiebe als unwürdig verwarf, mit seinem schwachen, von Leidens«",beherrschten Herzen, bis er endlich die Freiheit errang. Da«".,fühlte er lebhafter als je das Bedürfniß nach Geistesthärigre''Ein früherer dramatischer Versuch, zu dem ihn zufällig die Latz"weile getrieben, fällt ihm in die Hände, und er glaubt eine St>>me in seinem Innersten zu vernehmen, die ihm die drainatnADichtkunst als seine Bestimmung anzeigt. Er gebt soglek«

Werk; sein erster Versuch wird mit unverdientem Beifall ge»»" „und er verpflichtet sich in einem Alter von kauin 27 Jahr-" Usich selbst, alles daran zu sehen, ei» tragischer Dichter z»

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vor Augen; er sieht sich zu dem harten Entschluß gezwungen- -einem schon reifen Alter von den ersten Elementen

einem schon reifen Alter von den ersten Elementenaber er beginnt sogleich ihn auszuführen; er studirt zunächst

nisch und Toskanisch, zn welchem Ende er selbst nach Toskana gebAuf dieser Reise lernte er die Gräfin von Albanp, geborne G»".^von Stoibers, kennen, an die ihn bald eine edle und »»ane» >llche Liebe kettete. An ihr fand fein Herz einen würdigen ^stand, wie ib» sein Geist in der Dichtkunst gefunden hatte- ^bisher unbestimmten Begierden seiner Seele hgtten nunineyr