Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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Nach diesem Bads ruht man auf einem Bette avS und ttinkt Kasse,Sorbet oder Limonade. Die türkischen Frauen baden auf diese Weisetäglich; die Männer nicht ganz so oft. — Von ganz eigenthümli-cher Art dagegen sind die Bäder der Jnbier, vou denen Anguetltlfolgende Beschreibung macht. Der Badewärker streckt den Baden-de» a„s einer Tafel aus, begießt ihn mit nmrmcm Wasser und 'be-sinnt darauf den ganzen Körper desselben mit einer benmuderns-würd aen Geschicklichkeit .ru drücken, zu. pressen und zu rens.en.Alle Glieder werden gedehnt und ausgereckt; bat er von einer Seiteseino<Manipulationcn geendigt, so fängt er sie von der andern a«,bald knreelo er auf ihn, bald faßt er ihn bei den Schultern, ball»läßr er den Nückgrad krachen, indem er alle Wirbel desselben erschüt-tert, bald führt er sanfte Schläge auf die fleifchigtstcn und muskulö-sesten Theile. Daraus nimmt er ein härenes Tuch und reibt damitden ganzen Körper, bis er fast selbst darüber in Schweiß geräth;er reibt mit Bftnstcin die harte Haut an den Füßen ab, salbt d>rnVndon.icn mit Seife und W hlaeruchen und endigt damit, daß erihm deü Bart und die Haare abschiert. Diese Behandlung dauertetwa drei viertel Stunden und man fühlt sich »ach derselben neu ge-boren... Ein Wohlbehagen von unaussprechlichem Reiz durchdringtden Körper, und löst sich bald in einen süßen Schlaf von einige«Stunden auf.

Wenn wir (einzelne Anstalten zum warmen Baden, ohne be-sondere Eleganz und Annehmlichkeit, abgerechnet) nichts dem ähnli-ches kennen, so ist uns darum der Gebrauch künstlicher Bäder keines-wegs fremd. Die Medizin hat vielmehr die heilsamen Wirkungenderselben durch vielfache Erfindungen neuer Mischungen und Anwen-duirgsarten zn vermehren gesucht. Im Allgemeine» werden die Bä-der durch die Materialien, aus denen sie bestehen, durch die Tem-peratur und durch die Eunvirkungsart auf den Körper bestimmt.Man bereitet sie aus Wasser, Milch, Wein u. s. w., bald wärmerbald kalter in verschiedenen Abstufungen, mischt ihnen Kräuter, Ei scn.Seift n. s. w. zu, wie es die Absicht erfordert. Außerdem gibt eSErd-, Sand-, Luft-, Dampf- und elektrische Bäder. Sie werde»bald auf den ganzen Körper, bald nur auf einen einzelnen Theilawg«vrndct. Letztere sind wieder Sturz-oder Plvngirbädcr, Tu sch-wer Sprihbäder und Tropfbäder; die Wirkung derselben ist Augen-""cklich und sehr durchdringend. Von den Sturzbädern macht manhäufigste» bei Verrücktheit und Raserei Gebrauch, letztere gf-^auchr man am meiste», um gelähmte» Theilen neues Leben zu— Am gewöhnlichsten verstehen wir unter dem Ausdruck^>»dek mineralische Bäder. Dies sind solche, wozu das Wasser in'«'er eignen Mischung aus der Erde quillt. An dergleichen Ortena" a>an gewöhnlich Anstalten zur Auffassung des Wassers» so wie»«m Gebr.'vch desselben getroffen, und dabei für Wohnung der Kran-und andere Bequemlichkeiten gesorgt. Es versammeln sich an. ftsin Badeorten Gesunde und Kranke; sie vergnügen sich wechsel-w'klg durch ihren Umgang und durch den gemeinschaftlichen Genuß^Mancherlei Lustbarkeiten. Die gewohnten oft lästigen Geschäfteaerven vergessen; man ist in andern Verhältnissen, und dies alleSiMi neben dem Gebrauch des Bades und dem Genuß des minera,-la ^ Raffers zur Genesung bei. Die einzelnen Arten von Bäder,,^Sooibäder, Seebäder u. s. w. werden unter ihren Rubriken