Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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XLIII
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Den

Herzog ernanute ihn dafür zum Direktor, «uff diesen Posten beklei-dete er bis 1780, wo er, ungeachtet der Einreden des Herzogs undder dringenden Bitte des ganzen Hofs seine Dimiision nahm, undsich nach Georgenthal, einem sehr angenehmen Orte bei Gorha, zu-rück zog. Aon da ging er nach Köstritz, wo er 17-5 im 74. Jahrseines Alters starb. — Er hatte bje Auszeichnung soffen, nachParis berufe» zu werden, um persönlich die Aufführung seinerSlriadne zu dingircn. — Bcnda's Kompositionen, sagt Burney,sind neu, tief und zeigen den großen Meister. Der eeuzige Tadel,den er idm macht, ist, daß er das Streben nach einer cigenthümii-chen Manier bis zur Affektarion getrieben habe; allein dieser Vor-Wurf trifft nur diejenigen seiner Werke, die er vor seiner Reise »achItalien abgefaßt hat. Vorzüglich ist er ein Muster im Adagio. —Er lebte so ganz in seiner Knust, daß er sich oir selbst vergaß. DieLegenden berühmter Musikheiligen haben uns einigewahrhaft komische Anekdoten aufbehalten, die aus dieser Eigenthüm-lichkeit seines Eharakters entsprnngew sind. Diesem ganz in sichselbst zurückgezogenen Geiste, den kein äußerer Gegenstand zu zer-streuen vermochte, verdanken wir sei» großes Werk, Ariadne aufNaros, welches «lies übertrifft, was von ihm in dieser Gattungin Deutschland gehört worden. Wer hätte nicht hct der Vorstellungderselben alle Wirkungen der Freude und Furcht, des Entzückens undEntsetzens durch die zauberische Gewalt der Musik empsunden?Dieses Duodrama, welches keinen Gesang enthält, sonder» in wel-chem die Gefühle der spielenden Personen von dem dealeirenden Or-chester gleichsam ausgemalt und delebr werden, erschien wirklich erstim I. 1774 und folglich später als Rouffeau's Pygmalion; «der eSist ausgemachr, daß Benda nickt einmal die Eristenz dieses Werkskannte, als er das seinige auffuhren ließ, und er bleibt unbestreit-bar der erste Erfinder dieser Garrung in Deutschland. Die Ariadneist wie die Medea fast in alle Sprachen übersekt, und auf allengroßen idealer» mit eutlmfiastischem Beifall gegeben worden. —Seine übrigen Arbeiten surß Theater sind Romeo und Julie;das Findelhaus, Lukaö und Barbe, Pygmalion, einMonodrama und einige andere. Außerdem besitzen wir von ihmviele Eonccrte, Symphonien, Arien u. s. w. — Franz Benda,.der Snfter einer eigenen Violinschule in Deutschland, war kdnigl.preußischer Eonzertmeister imd 1709 zu Altbenatka in Bohme» ge-boren. In seinem siebenten Jahre lernte er singen, und in scim-mNennten wurde er Sopranist bei der St. Nikolai-Kirche in Prag.If ging in der Folge nach Dresden, wo er aus der Stelle unter dieAögllnqe der kvn'igl. Kapelle aufgenommen wurde; blieb aber nur^ Monat hier. Um diese Zeit war es, daß er sich auf das StudiumoerMviiue legre. Es fehlte ihm dabei so sehr an allen Hülfsmitteln,oaß er sich bei einer Truppe herumziehender Musikanten eugagi-mußte, die an Festragen auf den Dörfern Tanzmusik machten.Unter diese» Musikern traf er einen blinden Juden Namens Löbcl,ej„ Virtuose der ersten An war, und sein Meister und Vor-vlld ward. Müde dieses unsteten LebenS kehrte ei nach Prag zu-rück und nahm Unterricht bei Koupczek, einem trefflichen Violini-Iren dieser Stadt. Benda war damals 18 Jahr alt. Er unter-«alini eine Meise nach Wien und fand hier Gelegenheit den Unter-h7> berühmten Frantlscello z» benutzen. Nach einem Aukent-daselbst von zwei Jahren ging er uach Warschau, wo der St<r-