Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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LIV
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l.IV

Bon'

uische Dichtkunst eingesogen. Nachdem er Gelegenheit gehabt, demErzherzog Ferdinand, damaligem Scaktbalcer von Mailand, unddessen Gemahlin, Maria Bearrice von Esse, einer Fürstin, die desvon Äriosto und Lasso unsterblich gemachten Namens vollkommenwürdig ist, bekannt zu werden, ließen diese bohcn Personen demjungen Dichter Schutz, Unterstützung und ausmnnterndes Lob ange>deihen. So trat er na«b und nach als lyrischer, beschreibender, saty-rischer und tragischer Dichter, wie auch als poetischer Uebersetzer auf,und wußte wegen seiner zierlichen, leichtflicßenden, barmen ich-'"Verse sowohl, als auch um seines einfach ebeln, weder dnrco doch«trabende Sentenzen noch durch gesuchte oder ungewohnte Ausdrückeund Wendungen entstellten Styls willen, gebildeten Männern, be-sonders aber zartfühlenden Frauen zu gefalle», deren Lieblingsschrift-steller er in Italien geworden ist. Wir besitzen Bondi's sämmtlichePoesien in einer schonen Prachtausgabe, welche im I. 1808 i» dreiBänden aus der Degensche» Officin hervorgegangen, und derErzlwr-zogiu Maria Veakrice von Este, der erhabenen Beschützerin des Dich'lers, zugeeignet ist. Der erste Band enthält die längeren Gedichte,nämlich l« 6onvor»srioni, In kelicisti, il ^ovoino psoikc», l*IVIoäa und la xiornst, viiierscci»: der zweite enthalt Sonetten,Episteln, Elegien, Cauzvnen, Cantaten und andere kleine Gedichte;so auch der dritte, der mit der Uebersetzung des Virgilischen Land-haus schließt.

Bonnet (Charles), ein berühmter Naturforscher und Philo-soph, war zu Genf im 1 .1720 den iz. März geboren. Seine ur-sprünglich aus Frankreich abstammende Familie hatte dasselbe zurZeit der blutigen Religionskriege im I. >572 verlassen. Die Lectürodes Schauplatzes der Narur von Plucye und der Geschichte der Insek-ten von Rtaumür entschied den Geschmack des Jünglings. Er ver-tauschte das Studium der Jurisprudenz mit dem Studium der Na-turgeschichte. Sein erstes Memoire über die Blattläuse, worin erbewies, daß sich dieselben ohne Begattung vermehrten, erwarb Wuin seinem zwanzigsten Iahte den Ticei eines Korrespondenten derAkademie der Wissenschaften. Bald darauf nahm er an den Arbeite»und Entdeckungen Tremblep's über die Pvlvpen Theil, und macht-interessante Beobachtungen über die Respiration der Raupen »m-Schmetterlinge, und über die Struktur des Bandwurms. Ein leb-hafter Briefwechsel mit Reaumür, Zanetti, Fonteuelle de l'Jta»--Bernard be Jnssieu, Spallanzani, Haller, Msquin, Geer, Duha-mel und Lambert und eine zu anhaltende Beharrlichkeit bei »e-Arbeit entzündeten seine Augen und hinderten ihn über zwei Jav^am Schreiben. Sein immer thätiger Geist benutzte diese Ruhe,über die Quelle der Ideen, die Narur der Seele und über die Mb'sterien der Metaphysik nachzudenken. Im I. 1752 wurde er Mss-glied des großen Raths seiner Vaterstadt, und blieb in demielbbn vu-i?ü 8 . Nachdem er auf diese Weise seinem Vaterlande i» der offen-,lichen Verwaltung mit Eifer und Nutzen gedient hatte, zog er sich a»>sei» Landgut Gent hab am Ufer deS Genfer Sees zurück, wo er se"'- '

Lieblingsbeschäftigungen wieder vornahm, und ein einförmiges, eins- §zvgnes, ganz der Betrachtung der Natur, dem Umgänge mit seiner lie-benswürdige» Gattin und seiner ausgebreiteten Korrespondenz ge>v>^meres Leben führte, bis er im I. 17YZ das Ende feiner Tage Abeichte. „Die Liebe für das Studium der Natur, sagt puffen,

O>ei ganz entgegengesetzte Eigenschaften der Seele voraus; die