Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Italien

die Sache begeisterte die Parteien; denn als in Otto IV. ein Welseden Kaiserthron bestieg, wurden die Gneisen seine, und die Gibel-linen des Papstes Partei; bald stellte jedoch die Rückkehr der Kai-serkrone auf das staufische Hans in der Person Friedrichs II.die alten Verhältnisse wieder her lis-ai. In Florenz gab dieserpolitische Zactidnengeist den Feindschaften der Buondclmonti undDonati gegen die Uberti und Amidei, aus Privatbeleidigungen ent-standen, Verwand und Nahrung (121g,, und so theilte» nun fastüberall die Städte auch im Innern sich in Guelsen und Gibellinen;doch hatte stets eine Partei die Oberhand. Die guelfischen Städteder Lombardei, jetzt nicht einmal mehr die äußere Ehre der italiä-nischen Krone Friedrichen gönnend, erneuerten 1226 den lombardi-schcn Bund. Dem. Bürgerkriege erhob sich damals in dem Domini-kaner Johann von Bicenza ein unermüdetec und hochgeachteterStrasprediger und Schiedsrichter; die Versammlung von Pa-quara (12ZZ) schien seine Bemühungen zu krönen; aber Mißken-nen seines Berufs, Streben nach weltlicher Herrschaft in Vicenza,stürzte ihn. Der Kaiser, von seinem Kreuzzuge und seiner Abwe-senheit in Deutschland zurückgekehrt (12Z0), führte den Krieg gegendie Städte und gegen Gregor IX., des Bannstrahls nicht ach-tend, mit. abwechselndem Glücke, wahrend Forelino da N 0 ma-ll 0 unter dem Borwande des Gibellinismus durch Tyranner undGewaltthaten aller Art die eigne Herrschaft in Padua, Verona,Vicenza und der Umgegend begründete. Der päpstliche Hof wußtedurch Ranke die pisanische Familie der Visconti zu Gattura aufSardinien der Republik abtrünnig und zu seinen Vasallen zu ma-chen, unter heftigem Widerspruch dieser, und besonders der Gra-fen Gherardesca. Daher auch in Pisa Spaltung in Gibelli-nen (llonti) und Guelsen (Visconti). Dennoch verheirathete Frie-drich seinen Bastard Enzius mit einer Visconti, und gab ihmden Titel König von Sardinien. Der Plan der Päpste, Friedrichenabzusetzen , unter Gregor IX., schmerzlich vereitelt, gelang endlichJnnoccnz IV. auf dem Concilium zu Lyon (124g), und gab derGidellinenpartei, durch die unermüdlichen Ränke der Bettelordenschon sehr untergraben, einen tödtlichen Stoß. Das von jeher ge-treue Parma siel ab; der Sieg der Gibellinen in Florenz (124z)war nur von zweijähriger, und ein neuer nach der Schlacht' vonMonte Aperto (1260), nur von sechsjähriger Dauer; die Bologneserzwangen alle Städte Gmiliens in einen guelfischen Bund, und nah-men in der Schlacht am Panaro (1249) den Bastard Enzius gefan-gen, den sie nie wieder frei gaben. Nur in der trevisanischen Markhatte der gibellinische Name, durch den Schrecken Forelinos, dieOberhand, bis er einem Kreuzzuge aller Guelsen g.-gen ihn unter-lag (1259). Aber die Freiheit war und ging immer mehr in diesenKämpfen verloren; das Haus dclla Scala folgte dem Roman»in der, Herrschaft, und selbst Mailand fand mit einem großen Theilder Lombardei seine Herren in den della Toxre. Ueberall er-hoben sich Tyrannen, nur die Seerepubliken und die in Toscanablieben frei.

Sechste Periode, vomFall derHohcnstaufen biszur Gestaltung der n eu e r n G taa te n - K a mpfe , dieseGestaltung vorbereitend. Dieser Zeitraum bekommt durcheine Folge von Bestrebungen verschiedener Fürsten, die Oberherr-schaft von Italien an sich zu reißen, mehrere Abtheilungen. I. Die