Italien 12z
Bayer, der nach Italien kam (1827), die Anjou und die Guelfenzu unterdrücken, hatte Roth genug selbst mit den Gibellinen, dieer durch seine Unbeständigkeit und Treulosigkeit sich entfremdete, sowie andererseits die Schlechtigkeit Johanns XXll. auch den Eiferder Guelfen abkühlte, so,daß beide Parteien sich nun einander mehrnäherten, das gemeinschaftliche Interesse der Freiheit erkennend.Plötzlich kam nach Italien der liebenswürdige Abenteurer Johann,König von Böhmen (iZ 3 o). Won den Brescianern gerufen, vomPapste begünikigt, von Lucca zum Herrn gemahlt, überall den Ver-söhner und Friedensstifter spielend, würde es ihm gelungen seyn, dieMacht, die er beabkchtetc, zu gründen, hatten nicht wieder die Flo-rentiner sich ihm entgegengestellt. Bei seinem zweiten Zuge nachItalien (i 333 ) verbanden sie sich mit Azzo Visconti, Mastino dellaScala und Robert von Neapel gegen ihn und seinen Bnndsgenoffen,den päpstlichen Legaten Bertrand von Poiet, der sich in Bo-logna zum Herr» auswarf. Räch dem Sturz beider (133.4), woraufdie Pepoli zu Bologna zu herrschen anfingen, begann Mastinodella Scala, Herr der Hälfte der Lombardei und von Lucca,die Freiheit der Lombardei zu bedrohen. Auch gegen ihn leitete Flo-ren; die Opposition, und erregte ihm einen Bundeskrieg, in demes nichts gewann, als Sicherung der Freiheit. AIs der bedrängteMastino den Florentinern Lucca verkaufte, erhoben sich die Pisanerund eroberten es für sich (1342). Da wählten jene einen Dictator,Walther von Brienne, Herzog von Athen, vertrieben ihn aber,seiner Tyrannei müde, bald wieder. In dem von Aristokraten zer-rissenen Rom suchte Cola Ricnzi (>347) Ordnung und Ruhe ein-zuführen; zum Volkstribun ernannt, mußte er doch nach sieben Mo-naten dem Adel weichen; nach siebenjähriger Verbannung mit demLegaten Cardinal Albornoz zurückgekehrt (1364), herrschte er wiederkurze Zeit, als er in einem Aufstande ermordet ward. Die Genue-ser, der ewigen Zänkereien der gibellinischen Spinola und Doris,und der guelfischen Grimaldi und Fieschi müde, vertrieben i 33 g allediese Familien, und gaben sich in Simon- Boccanigra denersten Doge. In Pisa theilten sich die Gibellinen, Räthe des Ge-»eralcapitäns Ricciani della Gherardesca, in zwei neue Factionen,Berg 0 lini und Raspanti, wovon jene , unter Andrea Gam-dacorti, diese verjagten (i?48). Um diese Zeit litt Italien durchfürchterliche Landplagen. Auf eine entsetzliche Hungersnoth (1347)folgte eine gräßlichere Pest (1348), die zwei Drittheile der Bevöl-kerung hinraffte. Nicht weniger furchtbar war die selbst bereiteteGeißel der Söldnerbanden, oder großen Compagnien, die nachjedem Frieden den Krieg auf eigne Hand fortsetzten und überallplünderten und brandschatzten, wie die des Grafen Werner (1648)und des Ritters Montreal (13S4). — III. Die Visconti, Jo-hann Visconti, Erzbischoff und Herr zu Mailand, und seineNachfolger, wurden in ihren gefährlichen Anschlägen, zur Ausbrei-tung ihrer Herrschaft, nicht durch Carls IV. Durchzöge durchItalien, nicht durch die Bemühungen unzähliger päpstlicher Legaten,so wirksam Mstört, als durch der Republiken, besonders der Flo-rentiner, Weisheit und Unerschrockenheit. Carl erschien r 355 , stürztein Piia, die Raspanti erhebend, die Gambacorti, in Siena dieHerrschaft der Reun, an deren Stelle die der Zwölf trat, unter-warf sich augenblicklich ganz Toscana, und nöthigte selbst Florenz,wenigstens den Titel einer Reichsstadt von ihm zu erkaufen. - 36 Z