iAs Italien
waren, und wovon ein Drittheil für französisches Interesse verwen-det wurde. Keine europäische Macht erkannte übrigens das italiä-nische Königthum Napoleons ausdrücklich an. „ Der Kaiser, in sei-nen willkährlichen Verfügungen gegen den Geist des lüneviller Frie-dens fortfahrend, gab seiner Schwester Elisa das FürstenthumPiombino und ihrem Gemäht, Pasquale Bacciochi, die RepublikLuccä als Fürftenthum, beides aber als frauzösische Lehneund ließ dett ligurischen Senat selbst am 25. Mai die Vereini-gung Genua's und der Rivieren mit Frankreich proclämiren. Eswurden die drei Departements , Genua, Montcnotte und Appmnindaraus gemacht, Eben so wurden Parma, Piacenza Und Guastallaam 21. Juli definitiv dem französischen Reiche einverleibt. DenPapst erhielt noch in seinem Eigenthums die Bereitwilligkeit, dasSchauspiel der Käiserkrönllng durch seine Gegenwart zu verherrlichen.Endlich erhob sich Oestreich aus dein Schlafe der Ohnmacht, so un-gescheuter Willkähr Einhalt zu thun. Aber Frankreich war ihm in-deß zu mächtig geworden; auf redlichd, aber auch in Italien, wosie noch am glücklichsten waren, durch das UNgläck bei Ulm undUustcrlitz vereitelte Anstrengungen folgte bald der Friede zuPreßburg (26. Der. i8o5) der die Gründung der französischenAllgewalt auch in Italien vollendete. Das östreichische Venedig nebstJstcien und DalmatieN ward mit dem Königreich Italien vereinigt,dieses ,. und alle französischen Einrichtungen in Jtali.-n, anerkannt.Das Königreich hatte nun einen Flächeninhalt von 1,672 Quadrat-meilen und 6,657,000 Einwohner. Neapel, das die gelandete»russischen und englischen Hülfstruppen Nach der Schlacht von Auster-litz geräumt, traf nun im Anfang des Jahrs t8o6 sein endlichesSchicksal. Der Anstalten der Königin zu einem allgemeinen Auf-stande ungeachtet, drangen die Franzosen ins Reich ein, besetztenam 14. Februar Neapel, und die Bourbons waren auch von diesemThron vertrieben. Napoleon ersetzte diese Dynastie durch die seimi-ge , indem er am 5i. März durch ein bloßes Machtwort seinenältern Bruder Joseph zum König von Neapel ernannte.Vergeblich vertheidigte der tapfere Prinz von Hesse» Philippsthal dieFestung Gaeta standhaft; vergeblich erhob sich in Salabrien einAufstand, den die Engländer kräftig unterstützten. Diese schlugenzwar unter General Stuart die Franzosen bei Meida am 4. Juli,und eroberten mehrere feste Platze an der Küste; aber als Gaeta am»8- Juli gefallen war, und Massen« wieder nach Calabricn vor-drang , schifften sie sich wieder ein und überließen das Reich denFranzosen. Der neapolitanische Hof mußte froh seyn, daß das vonden Engländern beherrschte Meer ihm wenigstens Sicilien, wohin ersich geflüchtet, sicherte. Doch ließ er im folgenden Jahre (1807) eineneue Landung in Calabrien unter dem Prinzen von Philippsthal ver-suchen , die aber mißglückte. Im Jahr 1808 wurde auch die Witwedes Königs von Etrurien, die seit dM Tode ihres Gemahls fürihren unmündigen Sohn die Regentschaft führte, ihres Reichs ent-setzt, dieses, unter Anführung politischer Gründe, aber nicht Einesrechtlichen, mit Frankreich vereinigt, und in die Departements desArno, des Ombrone, und des mittelländischen Meers getheilt. Auchernannte Napoleon seinen Vetter, den Prinzen Borghese zum Ge-neralgouverneur der Departements jenseit der Alpen, dieser nahmseinen SiH zu Turin. Da indeß Napoleons Wink den Bruder vomneapolitanischen Thron auf den spanischen verpflanzt hatte, besetzte