Italiänische Musik izz
gleichung beider Summen dem Eigenthümer das Kapital seinerganzen Vermögens ausweiset. X.
Italiänische, deutsche und französische Musik.Italiänische Musik wird vorzugsweise diejenige genannt, welchenicht sswol in Italien und von italiänischen Künstlern, als vielmehrin der Setzart dieser letzten componirt ist. Daraus geht nun her-vor, daß es nicht allein eine individuelle, subjective Weise, musika-lische Productionen hervorzubringen, gibt; sondern daß auch, deminnersten Wesen der Sache nach, ein allgemeiner, objectiver Unter-schied in der musikalischen Setzkunst vorhanden ist, und daß diesersich nach der verschiedenen poetisch-romantischen Bildung der dreieuropäischen Hauptnationen, der Deutschen, Jtaliäner und Franzo-sen, ausgebildet hat. Ohne untersuchen zu wollen, worin die ei-gentliche Natur der Musik bei den Griechen und Römern bestandenhabe, mästen wir hier nur so viel anmerken, daß jene Musik derGriechen, oder dasjenige, was man bei ihnen mit diesem Namenbenennt, durchaus ein, sowol in seiner innern Ursache, als in seineräußern Wirkung, von der heutigen Musik ganz verschiedenes Erzeug-niß gewesen ist. Da die innere Natur der Musik durchaus roman-tisch ist, das heißt, da sie aus einem unbekannten, von allen Ver-standesbegriffen entblößten Sehnen hervorgeht; so konnten die Grie-chen, die durchaus nicht romantisch, sondern im Gegentheile strengPoetisch waren, eben weil sie keine Sehnsucht nach einem Genussekannten, sondern vielmehr im eigentlichen Besitze dieses Genussesselbst waren, so konnten die Griechen, sagen wir, aus diesem Grundeauch keine eigentliche Musik in unserm Sinne des Worts besitzen-de Musik (s. d. A.) mußte und konnte also nur allein ein Erzcug-niß der neuern romantischen Bildung seyn. Diese romantische Bil-dung entsprang zuerst in Italien, und also mußte auch Italien dieerste Wiege der Musik werden. Von hier aus verbreitete sie sichnach Deutschland, und zugleich auch nach Frankreich, wo sie sich je-doch in beiden Ländern, besonders in Frankreich, obgleich eines undeben desselben Ursprungs, durchaus ganz verschiedenartig gebildethat. In Italien reines, unmittelbares Erzeugniß der Sehnsuchtnach einem das ganze Wesen des Menschen erfüllenden, ihm stetsunbekannt vorschwebenden Gegenstände, mußte sie sich natürlich,gleichsam noch in Unschuld und Kindheit befangen, einfach undschmucklos gestalten; so finden wir sie auch dort wirklich: die ein-fachste, natürlichste, des Herzens Sehnsucht in seinen innersten Tie-fen erregende Melodie, welche gerade nur so viel von Harmonieunterstützt ist, als jegliche Melodie zu einer ihr nothwendigen Grund-lage von Nöthen hat. Dies war die italiänische Musik bei ihrerersten Entstehung, und dies ist sie auch, wenn wir nicht nach derQuantität, sondern nach der Qualität der Roten urtheilen, miteiner sehr geringen Veränderung und Umgestaltung, noch in diesemAugenblicke. Denn einfache, höchst fchmeichelnde Melodie, ungesucht,und so natürlich als möglich ausgeführt, ist noch immer der Cha-rakter der italiänischen Musik, trotz des Einflusses, den der deutscheund französische Styl, obwol in bewunderungswürdig geringemMaße, auf dieselbe gehabt hat. Wer, der nur einigermaßen eineKenntniß der italiänischen, deutschen und französischen Setzkunst hat,sollte es sich nicht zutrauen, unter tausend italiänischen Musikstückenauch ein einziges, von einem Deutschen »der Franzosen componirterStück Hepgyßzusinheg? S» sehr ist hex EhapMp der italiänischen,