Italiänische Poesie
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keil Lippen, in den Anschauungsformen der katholischen Religion dieewigen Ideen aus von des Universums uranfänglicher Einheit mitGott, seinem Abfall in dem Heidenthume und der wiedererwachrenLiebe in der christlichen Religion. Nur der Sprache nach gehört erden Jtaliänern an, in der unendlichen Plastik seiner Darstellungenist er gleich den größten griechischen Meistern. Jedoch, was dasWesen seines Gedichts ausmacht, die Klarheit womit alles mensch-liche Wissen und alle Geschichte auf die Einheit und den Ursprungin der göttlichen Idee zurückgeführt ist, . nach diesem gehört er denDeutschen an. Wie merkwürdig es übrigens sey, daß man beimStudium der göttlichen Comödie sich gedrungen fühlt, den erstenund größten Dichter der Neuern mebr noch in der Eigenschaft einesPhilosophen als Dichters zu bewundern, kann nur angedeutet wer-den. Wenn gleich aber die göttliche Comödie nicht einheimisch in derital. Kunst - und Litteraturgeschichte ist, durch ihre Verdienste umdie italiänische Sprache ist sie von nicht zu berechnenden Folgen fürdiese gewesen. Dante's anfänglicher Entschluß sein großes Gedichtin lateinischen Hexametern zu schreiben, beweise zur Genüge in wel-chem Zustand der Unvollkommenheit er die Sprache traf; wie wenigdurch das leichte Spiel mit zierlichen Reimen in Eanzonen und Sonettensie den Umfang gewonnen hatte, der ihr nöthig war für die gött-liche Comödie. Dante mußte der Schöpfer seiner Sprache werden,und wir glauben noch die geniale Gewalt zu erkennen, durch die er,wie mit allmächtigen Zauberformeln ihre spröde Unvollkommenheitbezwäng, daß sie in einem Gedicht von hundert Gesängen, in rerr«rime (der schwersten ital. Versart, welcher Dante zugleich mit ihreVollendung gab) seinen unendlichen Anforderungen genügte. Wäh-rend den neuern Jtaliänern das Verständniß des Dante abzugehenscheint, Petrarca, Ariost und Lasso ihnen das höchste in ihrerPoesie sind, war in den Dante näher verwandten Zeiten der Enthu-siasmus für die göttliche Comödie grob genug, um zu Florenz, Bo-logna und Pisa Professuren zu Erklärung der göttlichen Comödie zustiften, Commentatoren derselben traten auf, unter welchen wir,außer dem spätern Pater Lombardi, nur Dantes eigene Söhne,Peter und Jacob nennen wollen. Der Erzbischof von Mailand, Jo-hann Visconti, berief zwei Thcolsgen, zwei Philosophen und zweiFlorentiner um vereint die Auslegung des Theologischen, Philoso-phischen und Historischen im Dante zu übernehmen. Caron d'Ascoli,ein Zeitgenosse des Dante, schrieb ein Lehrgedicht (l'aosrLs), dasin fünf Büchern die Physik, Moral und Religion abhandelte. Deranfänglich große Ruhm dieses Werks ist im Lauf der Zeit unterge-gangen. Ebenfalls bloß noch litterärische Merkwürdigkeit ist desgleichzeitigen Fazio äegli lkderti äella lVlonäo, eine versisicirteAstronomie und Geographie. Die Zeitfolge führt uns auf PetrarchaHövp—aZ74), als Dichter und Philosoph minder groß denn Dante,aber größeren Ruhmes bei der Mitwelt und Nachwelt. Wer hättenicht von seinen Sonetten und Canzonen gehört! Wer kennt denNamen Laura's nicht, den Namen der vergötterten Geliebten? Wirwerden das Leben des Dichters und die noch nicht völlig unbestrit-tene Geschichte seiner denkwürdigen Liebe in einem besondern Artikelabhandeln, wo auch sein Standpunct und sein Einfluß in der Ge-schichte der ital. Gelehrsamkeit dargestellt wird. Sein Verhältnißzur ital. Poesie und schönen Kunst läßt sich kürzer bestimmen. Inst fern steht er offenbar unter Dante als die Liede, beider gemein-